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Saufnix
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Dieses Thema hat 45 Antworten
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 Akute Hilfe
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Adobe Offline




Beiträge: 2.561

08.05.2004 17:14
#16 RE: mal ohne Antworten

Hallo Martin,

wenn Du zu isoliert lebst und nur Saufkumpane hast, würde ich mal in eine SHG gehen. Da kommst Du auch unter Leute und die trinken nichts. Alkohol ist da kein guter Freund, das hast ja schon selber festgestellt. Aus Einsamkeit haben viele Getrunken oder trinken noch. Nur an der Situation ändert das gar nichts. Raff Dich auf, gehe in einen Verein, besuch irgendeinen Abendkurs. Das hilft, nicht der Alk.

Mit Besoffenen kann ich persönlich ganz gut umgehen. Ich nehme sie einfach nicht für voll und wenn sie mich anfangen zu langweilen (das passiert sehr schnell, weil alles wiederholt wird usw.) dann gehe ich einfach.

Viele Grüße
Adobe


Saftnase Offline




Beiträge: 1.206

08.05.2004 18:46
#17 RE: mal ohne Antworten

Hallo Martin,

auch ich habe mich mit Schlafstörungen herum gequält und oft in den letzten beiden Jahren meiner Sauferei am Tag zwischendurch gepennt und am Abend war ich wieder fit.

In dieser Zeit habe ich mir sehr oft im Schlaf auf die Zunge gebissen. Von dem Schmerz bin ich wach geworden.
Meine Trinkerei habe ich beenden wollen, als ich fast täglich von dem morgendlichen Trockenwürgen geplagt wurde, kaum noch was richtiges gegessen habe, Wassereinlagerungen hatte.
Das endgültige Ende habe ich eingeleitet, als ich mir die Zunge blutig gebissen hatte.

Nachdem ich mit dem Alk aufhörte, gab es ein paar Tage mit Unruhe,Herzklopfen und Schweissausbrüchen. Das wars und jetzt bin ich über ein Jahr trocken und es geht
mir gut.

Wenn ich an meine nasse Zeit denke, muss ich sagen, dass ich wie "scheintot" gelebt habe und das möchte ich nie mehr erleben. In den ersten 6 Wochen der Trockenheit habe ich den Kontakt zu trinkenden Leuten gemieden und heute stört es mich überhaupt nicht.
Allerdings kann ich diese Personen nur bis zu einem bestimmten Grad ertragen und dann verdufte ich. Es ist halt sehr langweilig und unerträglich, wenn man das besoffene Geschwafel anhören muss.

Du hast doch bereits festgestellt, dass du ebenfalls ein Wiederholungsquassler bist und meistens kurz vor dem Zungenknoten stehst. Dazu kommen noch die anderen Unanehmlichkeiten, die dir der Alkohol
beschert.

Also Martin, befreie dich aus den Fesseln des Alkohol.
Du wirst ein ganz neuer Mensch werden.
Es lohnt sich. Das Leben wartet.
Oder ist dein Leidensdruck noch zu gering?
Ich glaube nicht, nachdem was ich von dir gelesen
habe.

Wenn der Suchtteufel zu dir spricht, dann ersäuf ihn mit Wasser, Tee oder Saft. Das geht besser als du denkst. Bei mir hats jedenfalls ganz gut funktioniert.
Und in Gefahrensituationen immer dran denken: Heute lasse ich das 1. Glas stehen.

Du schaffst das auch.

LG Laila


Ernst Toll Offline




Beiträge: 83

09.05.2004 16:13
#18 RE: mal ohne Antworten

Hallo liebe Leute,
vielen Dank für Euren Zuspruch. Also diese erste kleine Hürde wäre genommen. Von den ständig um mich herumkreisenden Bier- und Weinflaschen habe ich mich nicht irritieren lassen und hab so am tollen Fest teilnehmen können, ohne die ernsten Vorsätze über den Haufen zu werfen. Manchmal schien mir der Funke nicht überzuspringen, was wohl anfänglich völlig normal ist. Das Fehlen des ständigen Gewichts in der rechte Hand war auch sehr ungewohnt. Aufgefallen ist mir besonders, dass die Leute, mit denen ich unterwegs war qualitativ ganz anders tranken. So 3 bis 6 kleine Biere über die ganze Nacht verteilt, während es bei mir ja immer 10-12 große Biere wurden. Kaum war die Flasche leer, musste eine neue her. Zu diesem Zweck war dann auch meist der Rucksack entsprecht gefüllt und ich kam mir beim Verlassen des Hauses immer wie ein Lastesel vor. Fehlte der Nachschub, rannte ich nur noch mit Bier-Suchblick durch die Gegend und manchmal trank ich eben auch das letzte Drittel einer Flasche in einem Zug, um endlich eine neue aufmachen zu können, obwohl in der alten ja noch Bier war. Völlig bescheuert. Meine Begleiter hatten sich auch den Ganzen Abend selbst im Griff. Ich nehme an, bei denen erzeugt das Bier eine gewisse gelassene Stimmung, während bei mir irgendwann immer Verzweiflung aufkommt und noch am alkoholgeschwängerten nächsten Morgen einige Tränen verdrückt wurden.
Getrunken hab ich auch gestern eine Menge. Z.B. Gemüsesaft, dass einzige was ich auftreiben konnte, dass nicht süß schmeckt. Und siehe da, auch ohne den üblichen Inhalt lief die Form dem Ritual entsprechend ab. Im Nu waren die beiden Flaschen leer, obwohl ich gar kein Durst hatte. Ganz schön erschreckend so ein Automatismus zu beobachten.
Trotz Kopfschmerz und Unausgeschlafenheit war das Erwachen richtig befreiend, zumal wir in den frühen Morgenstunden noch einige einsame Personen beobachten konnte, die die ganze Bürgersteigbreite brauchten, um nach Hause zu kommen. Hätte auch ich sein können.
Werde mir wohl auch mal ein Handy zulegen, um ein bisschen mehr sozialen Umgang zu pflegen. Telefon hab ich nämlich auch nicht. Im Grunde hatte ich mich auch etwas zurückgezogen, weil ich dachte dadurch weniger zu trinken zu müssen. Dass ich den Herd, der gefüttert werden will, selbst in mir trage, war mir damals noch nicht so bewusst.

@ Mein Plan ist jetzt in ganz kleinen Intervallen weiterzudenken und wenn die nächsten zwei Wochen keinen bleibenden Erfolg zeigen Hilfe von außen in Anspruch zu nehmen.

@ Aldebaran: Tritte in den Arsch hatte ich schon ausreichende: Draussen oder in Hausfluren schlafen, Verletzungen.... Aber ich glaube jetzt stimmt die Gesamtsumme, um meinen Willen entgültig umzupolen.

@ Hallo Saftnase fand Deinen Namen immer schon toll und hoffe nun zur ‚Gemüsenase’ zu werden.


Ernst Toll Offline




Beiträge: 83

14.05.2004 12:11
#19 RE: mal ohne Antworten

Hallo an Alle,
da jetzt mal wieder das Wochenende - normalerweise meine Haupttrinkzeit - vor der Tür steht, will ich mir selbst hier schriftlich vor Augen führen, was mich da so 'tolles' erwarten könnte. Letztes Wochenende war ja nun die Premiere des Nicht-Trinkens, das davor ist zu peinlich gewesen, um überhaupt davon zu berichten also greife ich noch eine Woche weiter zurück und siehe da, schon stellen sich Probleme ein, das Erlebte besser Durchlebte überhaupt rekonstruieren zu können. Ich glaube aber, es hat sich folgendermaßen zugetragen: Am Donnerstag hatte ich die kleine Kneiptour in meiner Straße absolviert und nach drei großen Bieren den Absprung geschafft, will heißen: alles voll im Griff. Probleme gibt’s da gar nicht, das Alkproblem selbst muss eine ‚Schnapsidee’ gewesen sein. In Erwartung des Kommenden war der vortags angefütterte Organismus Freitagabend schon ganz aus dem Häuschen.
Die Idee: Mal was anderes sehen als die eigenen vier Wände. Die eigentlich treibende Motivation: soviel Bier reinkippen wie es zu Hause gar nicht möglich wäre.
Seit zwei Tage hatte ich ein bestimmtes Konzert im Auge und innerlich hatte sich schon alles auf die Bewusstseinsausschaltung eingestellt. Das ersten beiden Biere flossen dann auf dem Hinweg in der U-Bahn die Kehle hinunter. Zu solchen Orten kann man schließlich nicht nüchtern hinfahren. Beim Spätkauf auf dem Weg vom U-Bahnhof zum Ort des Geschehens erstand ich noch einige Flaschen, um, am Zielpunkt angelangt, ein Depot hinter dem nächsten Busch einzurichten. Schließlich wollte ich in den Konzertpausen gut versorgt sein und nicht immer das teure Bier dort bezahlen müssen.
Beim Konzert selbst gibt es dann immer eine Beobachtungsphasen, bei der ich das eine oder andere Gesicht entdecke, das mir bekannt vorkommt, weil derjenige die gleichen Läden wie ich frequentiert. Sind natürlich auch alle schön am Bechern. Dann kommt die Tanzphase worauf die Anlaberphase der bekannten Gesichter folgt, die eher ein Anschreien ist, weil bei dem Lärm ohnehin kein Wort verständlich ist. Während des ganzen Vorgangs steigert sich auch die Trinkgeschwindigkeit immer mehr. Anschließend fand ich mich noch an einem anderen Ort ein und obwohl es wieder hell wurde blieb der Heimweg im Dunkeln – Filmriss. Beim Aufwachen fand ich eine halb geleerte Flasche neben dem Bett vor und war immer noch so drauf, dass ich mir den Rest reinkippte. An Liegenbleiben war nun nicht mehr zu denken und auf dem Balkon gab mir die Sonne ein, doch das Haus zu verlassen. Ich lief also drauflos, gelangte an einen S-Bahnhof, fuhr bis zur Endstation mit der tollen Idee, einen Biergarten ausfindig zu machen. Unweit des Bahnhofs wurde ich aber gleich fies von den netten Zeitgenossen mit abrasierten Haaren und polierten Stiefeln angemacht, zudem lagen meine Nerven durch den Alk ohnehin schon blank und die ganze Umgebung erschien mir derart trostlos, dass ich wieder umkehrte. Der ‚Zufall’ trieb mich nun an jenen Platz, von dem ich eigentlich weggezogen war, um nicht immer den Verlockungen des Trinkens zu erliegen. Hier ist jede besetzte Bank mehr oder weniger eine Bierinsel. Ich ließ mich zwei Bänke von der größten Gruppe entfernt nieder. Kannte alle Gesichter schon vom jahrelangen Sehen. Wieder trinkend dachte ich an deren Gesellschaft teilzuhaben, obwohl sie mich wahrscheinlich nicht mal bemerkten. Irgendwann ergab sich aber das Gespräch mit einem anderen Trinkerpärchen. Sie zu ihm: Wenn das Einrichtungsgeld weg ist, kannst du was erleben. Er: das ist schon zwei Wochen her, alles versoffen.
Mit anbrechender Dunkelheit zerstreuten sich die Anwesenden und auch ich hatte schon die nächsten Ziele im Visier.
Irgendwann am Sonntag erwachte ich dann wieder im eigenen Bett und konnte mich bis Montag früh nicht erheben. Gegessen hatte ich die ganze Zeit über gar nichts. Am Montag war ich immer noch gerädert, Dienstag gab’s nichts zu trinken und der Mittwochabend leitete mit zwei Bieren den nächsten Donnerstag und das darauffolgende Wochendinferno ein.
Unter der Woche ergibt sich manchmal noch ein Kartenspielabend, bei denen es fast so schlimm wie am Wochenende zugeht. Manchmal lasse ich zwar den Freitag oder Samstag aus, im großen und ganzen spult sich dieser Rhythmus aber bisher gesetzmäßig ab. Und da frage ich mich noch, warum ich irgendwann im Suff die Leute über die Schwachsinnigkeit des Lebens ‚aufklären’ will. Schöner Mist.

Werde mir jedenfalls gleich eine Batterie Gemüsesaft besorgen.


Schönen Wochenende wünscht
Martin


Maigloeckchen Offline



Beiträge: 50

14.05.2004 16:15
#20 RE: mal ohne Antworten

Hallo Martin,

wie immer: lebhaft und super anschaulich erzählt; ist, als wär ich mit dabei gewesen
Aber mal im ERNST - du schaffst das dieses Wochenende!! Wie ist das denn mit deinen Freunden? Trinken die alle? Kennst du sonst keine Leute? Ich hab diese Probleme, dass alle meine Bekannten trinken, nicht so sehr, da ich meistens alleine getrunken habe (hab mich dann zu Hause verschanzt und die Leute per Telefon vollgelabert - warum auch immer...).
Ich kenne sogar im Gegenteil viele Leute, die gar nichts trinken. Ich denke, wenn man einen großen Trinker-Bekanntenkreis hat, ist es noch schwieriger selbst aufzuhören.

Viele Grüße
Claudia

[f1][ Editiert von Maigloeckchen am: 14.05.2004 16:15 ][/f]


Ernst Toll Offline




Beiträge: 83

14.05.2004 17:40
#21 RE: mal ohne Antworten

Hallo Claudia,
ich find's auch sehr anschaulich, war aber schließlich auch selbst dabei.
Danke für die aufmunternden Worte. Du schaffst das natürlich auch
Also Freunde hab ich eigentlich zwei. Der eine ist nur gerade im Ausland und ich hab ihn schon über ein halbes Jahr nicht mehr gesehen. Aber Anfang Juni ist es dann soweit.
Der andere gehört der THC-Fraktion an und verabschiedet sich bei gemeinsamen Wochenendunternehmungen recht schnell. Im Grunde sind meine Wochendrituale aber stets Alleingänge.
Neben den Beiden gibt es noch einen lockeren Haufen an Leuten, die sich mehr oder weniger in immer anders zusammengesetzten Grüppchen treffen. Für mich zumindest ist das verbindende Band dann immer der Alkohol. Wir kennen uns alle auch schon Jahre, aber ich hab noch nie etwas mit einem von Ihnen zu zweit unternommen. Das liegt aber in erster Linie an mir selbst. Ich hab mir immer eingebildet vor allem Lesen und Schreiben zu müssen, wobei ich ständig von Büchern umstellt war, die unbedingt noch gelesen werden mussten, um überhaupt 'mündig' zu sein, eine Aussage zu treffen.
Schuld daran waren nicht zuletzt die ellenlangen Literaturlisten der Uni, die sich gegen die eigenen Leseinteressen stemmten. Irgendwann kollabierten dann die Gedanken und ich meinte, mir das Bier redlich verdient zu haben. Seit ungefähr zwei Jahren habe ich aber eine Leserichtung entwickelt und andere Texte interessieren mich überhaupt nicht mehr. Fast zehn Jahre hat es mich gekostet Bücher renommierter Autoren aufschlagen und nach der Lektüre einer Seite, bei sich der Text als für mich langweilig herausgestllt hat, nicht zu Ende lesen zu müssen, sondern es wieder weglegen zu können. Dieses 'Langweiligkeits-Krierium' kann ich Dir sehr empfehlen, es gibt genug Bücher, die dem eigenen Interesse entsprechen und gerade deshalb den eigenen Horizont wieder etwas anders beleuchten oder erweitern.

Irgendwann hab ich leider festgestellt, dass ich mit einem mäßigen Kater auch lesen kann, so dass mir diese Zeit dann sinnvoll genutzt schien und das Gewissen erleichterte, musste mich aber eigentlich doch zu jedem Satz zwingen.

Wie kam es denn, dass Du das Trinekn nach Hause umverlagert hast? Irgendwann fängt man ja zuerst immer draußen an.
Hattest Du da feste Zeiten vor denen Du nicht begonnen hast. Also bei mir spielte da die Dunkelhait immer eine großen Rolle. Ich hab mir allein zu Hause selten ein Bier vor Anbruch der Dubnkelheit geöffnet. War etwas Dr. Jackell und Mr. Hyde artig.

Martin


Maigloeckchen Offline



Beiträge: 50

14.05.2004 18:54
#22 RE: mal ohne Antworten

Hallo Martin,

ich weiß gar nicht mehr, wie es dazu kam, dass ich lieber alleine zu Hause trinken wollte... denke aber, dass es damit zusammenhängt, dass mein Trinkverhalten immer auffälliger wurde und ich das gemerkt habe. Das war mir dann einfach zu unangenehm und außerdem war mir mein Verhalten, das ich in manchem Vollrausch so an den Tag gelegt hatte, derart peinlich... also, da hab ich dann wohl entschieden lieber alleine zu trinken
Aber gut... einige Telefongespräche waren dann im Nachhinein auch peinlich und von daher ist's besser, es ganz sein zu lassen. Hatte zuletzt auch wirklich das Gefühl, ich werde immer extremer und kann mich immer weniger "benehmen" wenn ich getrunken habe. Vermutlich weil's mir selbst gestunken hat (schon wieder besoffen) und ich dann meinen Frust an anderen ausgelassen habe? Hatte den letzten Aussetzer am 1. Mai und der ist mir jetzt noch sowas von peinlich...

Grüßle
Claudia


Ernst Toll Offline




Beiträge: 83

14.05.2004 20:38
#23 RE: mal ohne Antworten

Abend Claudia,
diese peinlichen Aussetzter finde ich auch ganz fies. Hatte meinen letzten übrigens einen Tag vorher am 30. April.
Vielleicht bin ich deshalb auch so oft alleine unterwegs.
Früher musste ich nach feuchtfröhlichen Abenden immer erst herumtelefonieren, um die Lücken zu füllen und war jedesmal ganz erleichert, wenn es nichts zu berichten gab.
Allerdings bin ich auch ein ganz schönes Sensibelchen, so dass die Schamgrenze schnell erreicht ist. Wenn andere dann berichten: du warst gestern ja toll drauf und hast noch das und das angestellt, dann richten sich bei mir schon die Nackenhaare auf, während andere hier und da Lokalverbot haben und sich auch noch damit brüsten.
Aber vielleicht ist das auch besser so?


Lass Dich auf der Familienfeier jedenfalls zu nichts hinreißen. Wenns schlimm wird, kann Du Dich dann immer noch in den klaren Kopf zurückziehen.
Bei meinem Opa, dessen Weltbild klein wie eine Erbse ist und leider genau dem Parteiprogramm der NPD entspricht, hat mir die Frust-Trinkerei eine Nacht im Wald beschert.

Viele Grüsse
Martin


Maigloeckchen Offline



Beiträge: 50

15.05.2004 11:24
#24 RE: mal ohne Antworten

Hallo Martin,

nochmal kurz - muss mich gleich auf'n Weg machen, zu besagter Geburtstagsfeier - ja, diese peinlichen Aussetzer und vor allem Gedächtnislücken fuuuurchtbar!!!
Ich hab dann immer ganz scheinheilig am Telefon versucht, herauszufinden, was ich wieder angestellt habe, weil direkt zu fragen war mir auch zu peinlich... schließlich brauchte ja auch keiner so genau wissen, wie schlimm es schon um mich steht und dass ich schon "black-outs" habe
Neee, also all die Dinge, die ich im Suff schon so angestellt habe, würde ich natürlich am liebsten ungeschehen machen... ist sooo peinlich teilweise
Naja, nun hoffe ich, dass das WE einigermaßen wird... ich werd berichten.
Wie war denn dein Kartenspiel? War doch gestern, oder?

Gruß
Claudia


Ernst Toll Offline




Beiträge: 83

15.05.2004 12:49
#25 RE: mal ohne Antworten

Hallo Claudia,
danke der Nachfrage. Also ich hab gestern viel gelacht und gleichzeitig zwei charakteristische Dinge beobachten können. Also einer unserer Mitspieler, er hat schon mehrere MPU's hinter sich und gerade den Führerschein zurückerhalten, ist mit dem Motorrad angereist und hat zwei Alster getrunken und als die alle waren noch ein Bier als für im Rahmen des Möglichen gehalten. Nun ging auch dieses zur Neige und das nächste hatte er schon in der Hand, es dann wieder weggelegt, weider in der Hand und sich endlich entschglossen, nicht zu trinken. Diese Zerissenheit war ihm auch an den Gesichtszügen abzulesen und ein kurzes Schlechte-Laune-Tief folgte. Eine andere Mitspielerin war gerade erst aufgestanden nachdem sie zwei Stunden geschlafen hatte und stieß bleich wie ein Sklett zur Runde, hatte sich auf dem Weg dorthin auch mehrmals übergeben müssen.
Von einem Moment auf den anderen ging es ihr mit einem Mal aber besser und schon kreisten ihre Gedanken um die gesschlossene Weinflasche im Nebenzimmer, , die sie aber zum Glück nicht auch noch trank.
Jetzt frag ich mich, da bis vor kurzem mein Denken und Handeln auch so organisiert war, obwohl ich betrachtend daneben stehen konnte, hab ich mich dem doch nicht entziehen können. Bin ich da mit einem Mal herausgetreten?
Ob es da eine Art Ruck gegeben hat, der mich (hoffentlich nicht nur vorläufig) auf die andere Seite katapultiert hat? Die letzten fünf Monate wollte ich das erste Glas stehen lassen und es hat nicht geklappt und mit einem Mal funktioniert das.

Also Claudia, halte heute durch
Sobald sich die unterschwellige Erwartung breit macht, sich an einen Ort zu bewegen, wo es was zu trinken gibt am Besten denken, da gibt's zwar was, dass hat aber gar nichts mit mir zu tun. Oder ähnliche Gedanken, wlche die Erwartung zum Verschwinden bringen. Wenn sich bei mir diese innere Ausrichtung aufkam lief das Folgende immer automatisch ab.

Vielleicht wird der Abend sogar ganz nett werden.

Viele Grüsse
Martin


Adobe Offline




Beiträge: 2.561

15.05.2004 13:18
#26 RE: mal ohne Antworten

Martin,

sehr schön dieser Blickwinkel des Leute-Beobachten. Mir fällt das auch immer wieder auf und dann bin ich sooo erleichtert, daß ich das nicht mehr muß.

Ein Freund hat mir gestern abend erzählt, daß ein anderer gemeinsamer Bekannter zu ihm gesagt hätte, nee, ich warte lieber auf euch in der Kneipe um die Ecke, da gibt es ja nicht mal einen Schnaps zum Kaffee Also schon die totale Gier und nicht eine Stunde warten können. Kann mich noch erinnern, daß ich auch immer nervös wurde, wenn ich irgendwo war, wo es nur Kaffee, Tee usw. gab.

Viele Grüße
Adobe


Reiner Offline




Beiträge: 1.036

15.05.2004 13:20
#27 RE: mal ohne Antworten

Tachchen Martin

….hm ich find das nich sooo „Toll“ im „Ernst“
Das was Du da beschreibst hat nix mit betrachtend daneben stehen zu tun sondern ist wohl eher mit einem (bis jetzt) glücklich verlaufendem Gang durch ein Minenfeld zu vergleichen.
Und da bist Du noch mitten drin. Und ich glaube auch nicht, dass Du die andere Seite heil erreichst, wenn Du Dich weiterhin in diesem alkoholgeschwängertem Umfeld aufhältst. Meine Erfahrungen…..und ich glaube diese Erfahrungen mussten viele machen?....sagen mir, das ist schier UNMÖGLICH!!!!
Na gut, vielleicht muss jeder SEINE Erfahrungen machen um heil aus dem fucking-Alksumpf rauszukommen?

Schönes WE wünscht Reiner


Max mX Offline




Beiträge: 5.878

15.05.2004 14:13
#28 RE: mal ohne Antworten

hallo Martin,
da biste woll herausgetreten!!
"Bin ich da mit einem Mal herausgetreten? Ob es da eine Art Ruck gegeben hat, der mich (hoffentlich nicht nur vorläufig) auf die andere Seite katapultiert hat? Die letzten fünf Monate wollte ich das erste Glas stehen lassen und es hat nicht geklappt und mit einem Mal funktioniert das."
Mein Bild dafür war, dass ich Kamel doch noch (nach Kapitulation!!) durch das neutestamentarische Nadelöhr gegangen bin , also jene unsichtbare Tür welche so schwer zu finden ist.
Allerdings bezog sich meine "Neugierde dann ausschließlich auf die Frage wie ich trocken bleibe, weiter nichts. Dazu zählte staff das Vermeiden jeglicher alkoholischer Veranstaltungen, vollständiger Bruch mit den ehemaligen "Freunden" usw. Ich hatte dann neue echte Freunde gefunden, trockene. Ich schließe mich dem Reiner voll an, was du machst ist bei mir "Hugo Leichtsinn".
ich grüße dich, Max


Ernst Toll Offline




Beiträge: 83

15.05.2004 19:46
#29 RE: mal ohne Antworten

Ahoi Rainer und Max,
ihr habt völlig recht, dass es ein gefährliches Spiel ist sich weiterhin im trinkenden Umfeld zu bewegen. Wenn die anfängliche Euphorie, wieder einen Tag nicht getrunken zu haben, sich abgekühlt hat wird es bestimmt richtig gefährlich.
Nur bin ich etwas zwiegespalten, weil ich mich ja doch eher selten in diesem Umkreis bewege und eben meist alleine bin. Außerdem habe ich sie alle ja wirlich sehr gerne
In erster Linie bin ich mein eigenes Umfeld und denke mir jetzt, wenn ich es mir zur Gewohnheit machen kann diese wöchentlichen oder eher zweiwöchentlichen Treffen ohne Alk zu verbringen, dann bin ich nicht zu sehr gefährdet.
Sollte ich mich schwankend fühlen, meide ich solche Treffen, aber gerade dann sehnt man sich doch nach Gesellschaft

Ich warte jetzt erst einmal ab.

@ Adobe: dieses unter dem Tisch mit den Füsssen scharren, wenn anderswo der Alk auf einen wartet, man aber noch bleiben muss und schon etwas angetrunken ist, finde ich auch ganz fürchterlich. Manchmal bin ich da richtig patzig geworden


Allet Jute, wie man glaube ich hier zu Lande sagt.
Martin


Adobe Offline




Beiträge: 2.561

15.05.2004 22:24
#30 RE: mal ohne Antworten

Martin,

zum trockenen Umfeld:

Ich habe es bis heute nicht geschaft, einigen Leuten adieu zu sagen. Es sind aus meinen Säuferkreisen nur noch zwei übriggeblieben aber an denen liegt mir - trotz saufen - sehr viel. Ich kann auf dessen trinken keinen Einfluß nehmen, habe es mehrfach versucht. Sehe aber nicht ein, daß ich diese Freundschaft aufgeben sollte. Bis jetzt waren sie keine Gefahr. Ich glaube, so pauschal kann man nichts alles aufgeben. Und diese Leute waren damals an meinem Rückfall nicht schuld.

Viele Grüße
Adobe


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