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Saufnix
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Dieses Thema hat 25 Antworten
und wurde 1.682 mal aufgerufen
 Akute Hilfe
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Beachen Offline




Beiträge: 3.654

23.02.2005 15:56
#16 RE: auch neu hier Antworten

Hallo @ll !

@ schoale,

Willkommen hier auf dem board !

@ben bremser

Zitat
wenn ich denn mal ernst machen würde mit dem nie wieder.



oja, das kenne ich ! Dann kurz danach der Gedanke, ja die Trinkerei, das ist halt meine Art zu leben ....

Mir hat es anfänglich schon etwas leid getan, die verpasste Zeit ... das hat bei mir auch etwas mit der Chance zu tun, eine Familie zu gründen, die ich schlicht verpasst ( vertrunken ?) habe.
Das ist schon manchmal traurig für mich.

Grüßle
Bea


schoale Offline




Beiträge: 19

23.02.2005 18:02
#17 RE: auch neu hier Antworten

hallo marianne,

nach meiner ersten entgiftung dachte ich auch: oh gott, was du hier erlebst, dass geht auf keine kuhhaut. nee, nie wieder!!!
dort war ich weg von der bis dato selbstverständlichen selbstbestimmung, hin zur über den flur hallenden stimme: "medikamentenausgaaaaaabe"...
mit plötzlich regelmässigen mahlzeiten, und manchen leuten, denen man im "normalen" leben, ganz sicher nicht begegnet wäre. geschweige, sich mit einigen auseinandersetzen zu müssen. aber bei jedem neuzugang musste ich mit gevierteilten gefühlen daran denken, dass ich genauso ausgesehen hab, als ich den ersten tag dort verbrachte.
wenn nicht noch schlimmer.

das hat alles nicht gereicht, weil die probleme und das ich sie ohne schluck nicht aushalten kann, stärker als die gemachten erfahrungen waren. und schwupps,...wieder rein.

beim letzten und 3. mal klinische entgiftung, hoffe ich nun, dass der groschen bei mir für mittel-/langfristig gefallen ist, obwohl ich jetzt einiges mehr gerade zu biegen hab, als nach der 1. entgiftung.
ich musste erkennen, dass die sucht das kleinste gemeinsame zwischen allen patienten war, und keiner besser oder schlechter ist, als der andere.
fazit: es langt mir restlos.
ich möchte, dass aus diesem hass auf alkohol irgendwann eine gleichgültigkeit erwächst, die mein problem damit zwar nicht abfedert oder verniedlicht, jedoch mich nicht ständig an den zurückliegenden horror erinnert. vielleicht schreib ich das auch so, weil die ereignisse noch recht jung sind.

gruss, schoale


Beachen Offline




Beiträge: 3.654

23.02.2005 18:33
#18 RE: auch neu hier Antworten

Hallo nochmal schoale !

Zitat
das hat alles nicht gereicht, weil die probleme und das ich sie ohne schluck nicht aushalten kann



... vielleicht ist genau das dein Knackpunkt ? (Zumindest hört es sich seeeehr ähnlich dem meinigen an )
Das du denkst, du kannst irgendetwas nicht ohne Alk aushalten ?
Oh doch, das kann man und ich denke in der Therapie bekommt man genau das Handwerkzeug dazu ?
Meine Erfahrung nach über 2 Jahre Trockenheit ist auch, das die Probleme als ich trank noch viiiel mächtiger erschienen als nüchtern, oder das ich sogar erst Probleme hatte, weil ich trank.
Das relativierte sich in der Trockenheit.

Deine Aussage hört sich für mich so an, als ob du dir dein Trinken so selbst erklärst/rechtfertigst , mit " ... ich habe aber die und die Probleme".
Ich sage : es gibt keinen Grund zu trinken !
Und wenn ich jemals wieder anders denken sollte, hoffe ich auf einen A... tritt von euch allen Alles andere ist für mich heute "nasses Denken".

Grüßle von der
Bea


Bea60 Offline




Beiträge: 2.438

23.02.2005 18:46
#19 RE: auch neu hier Antworten

Hallo Schoale,

das mit den großen Problemen kommt mir doch auch irgendwie bekannt vor. Ich hatte auch so viele Probleme und somit sooooo viele Gründe um zu trinken.

Heute kann ich mir sagen, dass ich viele Probleme ohne den Alkohol gar nicht gehabt und andere viel besser hätte bewältigen können.

Es ist eine harte Zeit, wenn man plötzlich alles trocken ertragen muss, aber das vergeht. Heute bin ich oft stolz, dass ich eigentlich größere Probleme als früher viel schneller gelöst bekomme. Wenn nicht heute, dann aber morgen und mit trockenem Kopf.

Den wünsche ich Dir auch.

Lieber Gruß
Beate


schoale Offline




Beiträge: 19

23.02.2005 18:53
#20 RE: auch neu hier Antworten

ja bea,
genau recht hast du. das ist mein knackpunkt (einer davon).
ich habe eine ziemlich niedrige unzufriedenheitsschwelle; das liegt in meinem wesen. das ist nicht immer was äusserliches, aber es ist sehr ausgeprägt.
probleme, für die ich nicht in drei sekunden einen ungefähren lösungsansatz gefunden habe, machen mir in erster linie dem grunde nach und nicht nach ihrer intensität zu schaffen. das kommt dann noch dazu, dass ich probleme aufpuste, wegen einer gewissen machtlosigkeit.
und geduld ist wahrlich nicht meine grösste tugend.

dazu kommt meine permanenter drang nach perfektion.
ich lasse manchmal sachen liegen, nur weil ich der meinung bin sie nicht "perfekt" machen zu können. dadurch passiert dabei eben nichts, was mich noch unzufriedener macht.

das reicht aber noch nicht. leider bin ich in vielen dingen auch extrem masslos. arbeiten ohne ende. (derzeit nicht, weil job weg). nach dem motto...more&faster oder "viel hilft viel". das ging alles etliche zeit gut. aber mit diesen eigenschaften, die ich natürlich auch ausstrahle,
habe ich so meinen ruf weg. und weil ich den hatte, musste ich dem von mir selbst inszenierten erwartungsdruck auch treu sein.... leider.

jetzt und die letzte zeit denke ich über alles sehr, sehr intensiv nach, und überlege, was ich genau ändern muss ohne authentischen verlust. der alkohol war ein guter freund um meine und die ansprüche meines umfelds zu erfüllen.

da das zeug ins nirvana gehört, muss ich auch alles andere an mir in frage stellen. aber ohne antworten geht es nicht.

gruss, schoale


Beachen Offline




Beiträge: 3.654

23.02.2005 19:04
#21 RE: auch neu hier Antworten

Hi nochmal schoale !

Zitat
der alkohol war ein guter freund um meine und die ansprüche meines umfelds zu erfüllen.



... das gibt mir jetzt aber zu denken.
Wie kann dir der Alkohol dabei helfen ?
Besoffen bekommt man doch noch weniger geregelt ?

Oder ist es mehr dieses trügerische betrunkene Scheinbild von einem selbst, das man sich einredet so und so bin ich ?
Also quasi sich schönredet ?
Weil ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, das man betrunken Dinge besser geregelt bekommt (Freunde oder Arbeit ... ).

Und zu den Ansprüchen ... ist das nicht das Kopfkino ?
Das man denkt, was andere denken und erwarten ....

Gruß
Bea


schoale Offline




Beiträge: 19

23.02.2005 19:10
#22 RE: auch neu hier Antworten

@bea60,

einige sachen, die mir stress bereiten, habe ich bereits in trockenen tüchern, andere sind noch in warteschleife.
wieder anders muss ich erst angehen. da muss ich überlegen.

obwohl ich bei manchen telefonaten nicht das gewünschte resultat erhalte. aber was ich mir real kaputt gemacht hab, kann ich wohl kaum nur mit dem handy wieder kitten.

aber wenn ich mir überlege, im suff hätte ich nichts davon geregelt bekommen. und es wären derer noch einige bitterlichkeiten dazugekommen. ich wäre vielleicht noch nicht in diesem board...
und würde mir verdammt allein vorkommen mit dem ganzen schrott.

gruss, schoale


Depri Offline



Beiträge: 1.848

23.02.2005 19:15
#23 RE: auch neu hier Antworten

Hallo,

und auch von mir herzlich Willkommen on Board. Sechs Wochen, da kannst du ja bald die Monate zählen. Das ist doch ein gutes Gefühl.

Ich bin ein paar Tage länger trocken, bzw. jetzt 6 Monate mit einem Ausrutscher zu Silvester.

Ist es nicht ein irre schönes Gefühl, wenn man abends ohne dieses Dreckzeug ins Bett geht und morgens ohne dieses Dreckszeug wieder aufsteht?

Ich geniesse es pur. Verpasst? Ja, ich habe auch viel verpasst, aber ich hole rasant alles wieder auf, und lebe viel intensiver als mancher Normalo. Ich weiss es einfach zu Schätzen, dass ich jetzt trocken leben darf.

Würde mich auch freuen, wenn du noch mehr von dir erzählst.


Bea60 Offline




Beiträge: 2.438

23.02.2005 19:21
#24 RE: auch neu hier Antworten

Schoale: dazu kommt meine permanenter drang nach perfektion.

Kommt mir auch bekannt vor. Alles perfekt machen, nach aussen das Bild der starken Frau. "Duuuuuuuuu schaffst das doch...."

Tja, nur dass diese starke Frau ziemlich schwach war und Hilfe gebraucht hätte, das hat sie keinem gezeigt. Als ich dann in der Klinik lag, haben sich einige gewundert.

Das ist bei mir auch der Punkt, an dem ich in der ambulanten Therapie immer noch arbeite. Die Perfektion ablegen, Arbeit delegieren, Zufrieden sein können mit mir.

Aber ich mach Fortschritte

Beate


Absti ( gelöscht )
Beiträge:

23.02.2005 19:51
#25 RE: auch neu hier Antworten

Hallo Schoale!

Ja, diese Perfektion und diese unsinnigen Gedanken nur etwas wert zu sein, wenn ich mehr leiste als drei andere, da kann ich dir wirklich folgen.

Ich kann dir leider nicht erklären, wie es passiert ist. Es kam nicht über Nacht. Aber jetzt halten mich so alte und banale Weisheiten wie "eine Nacht drüber schlafen" - "abwarten und Tee trinken" davon ab, am Rad zu drehen.

Wenn greifbare Probleme auftauchen, ich meine solche Dinge wie Arbeit, Geld usw., dann achte ich genau darauf, wen ich um Rat frage. Also ich suche mir immer Leute raus, die wirklich etwas von der Sache verstehen und mir nicht zum Mund reden oder raten nur um eben irgendetwas zu erzählen.

Ich denke aber, ich hatte nach meiner letzten Entgiftung auch viel Glück. Echte Probleme tauchten erst auf, als ich 7 Monate nichts getrunken hatte. In diesen 7 Monaten hatte ich schon vieles unternommen, was in den drei Jahren zuvor undenkbar war. Direkt nach der Entgiftung hätte ich diese üblen Dinge wahrscheinlich hochgeschaukelt und mir selbst wieder einen Krankenschein ausgestellt.

Wichtig ist, dass du trocken bleibst. Es wird leichter. Ganz sicher. Diese Gleichgültigkeit (gepaart mit Vorsicht) hat sich tatsächlich eingeschlichen. Aber eben nicht nur dem Alkohol gegenüber. Vielen, vielen anderen Dingen gegenüber auch. Und das ist mein zweites Standbein.

Gruß, - Marianne -


schoale Offline




Beiträge: 19

23.02.2005 19:53
#26 RE: auch neu hier Antworten

hallo beachen,

Zitat:
der alkohol war ein guter freund um meine und die ansprüche meines umfelds zu erfüllen
nein, der alkohol und


nein, nicht in tateinheit.
es war nur oft so, dass ich abends allein dastand und überlegt hab, wie ich weiterhin bestehen kann, und dabei gesoffen hab, aber nicht im übermass. mit alkohol konnte ich mich selbst besser vor mir rechtfertigen.

das mit den ansprüchen ist nicht kopfkino, da ich von insgesamt drei leuten, mit denen ich zu tun hab, durch die blume drauf hingewiesen wurde.(privat und job)
die haben mir auf verschiedene art klargemacht, wie sie mich sehen.

gruss, schoale


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