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Saufnix
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Dieses Thema hat 25 Antworten
und wurde 1.862 mal aufgerufen
 Akute Hilfe
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alberd ( gelöscht )
Beiträge:

27.02.2005 21:57
#16 RE: Erste Probleme Antworten

Hallo Bernard

also was die Ärzte angeht, da glaube ich, dass viele Ärzte weniger Ahnung von der Krankheit haben als viele Alkoholiker. Bei Spezialisten sieht das dann sicherlich anders aus. Glaub ich zumindest, wenn ich so an meinen früheren Hausarzt zurückdenke

viele grüße alberd


Ralfi Offline



Beiträge: 3.531

27.02.2005 22:00
#17 RE: Erste Probleme Antworten

Hi,

ich bin ja immer noch der Meinung, daß die körperliche Abhängigkeit für ein zufriedenes trockenes Leben eher ein Vorteil ist.

Irgendwie habe ich das Gefühl, daß Bernhard behauptet das es ein Erdbeben war, wenn mal morgens seine Kaffeetasse klappert.

Gruß Ralf


Carfield Offline



Beiträge: 255

27.02.2005 22:06
#18 RE: Erste Probleme Antworten

Hallo Bernhard,

ich habe Jahre damit "verplempert", immer wieder meine Trinkgewohnheiten zu überprüfen und zu hinterfragen.

Bin ich nun einer, der "nur" zuviel trinkt, bin ich körperlich abhängig (habe z.B.nie gezittert), bin ich psychisch drauf, so wie Du von Dir sagst ?

In meinen unzähligen Trinkpausen waren diese Fragen allgegenwärtig. Die Pausen dauerten von 3 Tagen bis 6 Monaten mit allen erdenklichen dazwischen liegenden Tages- und Wochenzahlen.

Zudem habe ich sämtliche einschlägige Literatur über Alkoholismus verbraucht und tagelang das Internet malträtiert, um die Frage, bin ich nun Alki oder nicht, schlüssig zu beantworten. Dazu kamen die obligatorischen Versuche, mich in irgendeiner Kategorie von Alpha- bis Epsilontrinker oder irgendeinem "Mischtyp" wiederzufinden.

Im Endeffekt kam ich immer zu einem für mich trügerischen Ergebnis, so nach dem Motto "Na so arg ist es bei mir doch gar nicht!."
Dazu die ebenfalls "verharmlosende" Erkenntnis, dass es immer noch welche gab und gibt, bei denen alles noch viel schlimmer sei.
Ausserdem trank ich ohnedies "nur" Bier und das in Mengen, die auf "dem Bau" eher milde belächelt worden wären.

Nun ich mach`s jetzt kurz: Ich wollte einfach nicht mehr mit mir streiten. Dieses ewige Hin ind Her hat mich derart zermürbt, hat mich sehr viel Kraft gekostet, hat mir unendlich viel Zeit und Freude genommen und mir nur Frust und Verzweiflung gebracht.

Mit einem Wort: Meine Lebensfreude und Lebensqualität war im A...., um es mal salopp zu sagen.

Dann, endlich die einzige für mich richtige Entscheidung:

Ich will (wieder) leben!!!!

Nun, lieber Bernhard, ich weiss nicht ob Dir mein Geschreibsel eine Hilfestellung ist-aber vielleicht ist es ein Gedankenanstoss.
Schönen Abend wünscht Dir(und natürlich allen Sahfnixern)
Max


Adebar Offline




Beiträge: 2.529

27.02.2005 22:07
#19 RE: Erste Probleme Antworten

Versteh Dich Depri!

Mir gehts genauso.
Ich kann mich nur allzugut erinnern,wie ich mich damals verhalten habe.Bekam von meiner Schwester ein Buch über Alkolismus zum Geburtstag geschenkt (sie wusste wie alle anderen natürlich auch von meiner Sauferei).
Sie hatte es mir schön verpackt auf den Küchenschrank gelegt und sagte,ich solls erst auspacken,wenn alle weg sind.Das war vor 1,5 Jahren.Ich war pikiert über solch eine "Anmassung".Typisches Alkoholikerverhalten.Ich wusste doch selbst was Sache ist und wollts nicht wahrhaben.Ich habe mich dann immer mehr distanziert,nicht nur von ihr.
Scheiss Einsiedlerleben.Immer unzufriedener,immer mehr Sprit.
Deshalb kann ich Bernard ja auch einerseits so gut verstehen.Nur hatte ich damals keinen Austausch mit Gleichgesinnten,so wie das hier durchs Forum möglich ist
und deshalb ist es doch auch viel einfacher,sich hier zu outen und sich die Ratschläge zu Herzen zu nehmen.

Liebe Depri,ich hoffe mit Dir und den anderen Saufnixern,dass der Groschen fällt.

LG,Inge AdeBar


Bernard72 ( gelöscht )
Beiträge:

28.02.2005 02:17
#20 RE: Erste Probleme Antworten

Nochmal zu später Stunde ich:
@tommie: Ja, die Bezeichnung könnte
mir gefallen, habe mich voll wiedererkannt
und am Rechner totgelacht:schön bissig zusammengefasst !

@all: Ich hoffe aus irgendwelchen Gründen inständig, dass ich körperlich noch relativ unversehrt bin,wie gesagt waren die Untersuchungen OK,keine Sorge, die Kaffeetasse zittert
garantiert nicht und Erdbeben gibt´s hier Keine!

Ich bin noch nicht lange "clean"und lese hier auch erst seit
Kurzem, habe mein Leben bez.auf Bier und Trinken erst ganz frisch geändert- habe einfach keine Nerven für worst-case-
szenarien.
Ausserdem eine HEIDENANGST,was sich da bei mir eingenistet haben könnte...
Ich versuche deshalb auch sachlich-ruhig zu bleiben.

Wenn ich Eure Geschichten so höre,fühle ich mich erstmal total überfordert !
Ich hatte heute Riesenlust auf Bier, habe aber trotz Schweinehund Nein gesagt- ein kleiner Schalter ist schon
gefallen, ob´s der Grosse sein wird, weiss ich einfach nicht .
So, erstmal Schlafengehen und die Tage weitersprechen!

Guts Nächtle..

Bernard.


minitiger2 ( gelöscht )
Beiträge:

28.02.2005 08:45
#21 RE: Erste Probleme Antworten

Bernhard

Was macht das für Deine Zukunft für einen Unterschied, ob du schon körperlich abhängig warst oder nicht? Wie Dir schon einige Leute geschrieben haben, von der körperlichen Abhängigkeit merkst Du nach ein paar Tagen sowieso nix mehr.

Wenn Du schon solche Ängste hast, warum legst du dann den Gedanken an das sozialverträgliche Bierchen nicht ganz beiseite? Auch bei psychischer Abhängigkeit wirst Du nie wieder unbeschwert trinken können, so wie es Dir schmecken würde, jedenfalls nicht die Mengen die Dir bisher geschmeckt haben, und gebremst ist immer mehr Anstrengung als Freude. Die rechte Entspannung käme sowieso nicht auf.

Und wenn Du noch nicht so abhängig warst, warum willst Du dann das Risiko eingehen, doch noch dorthin zu kommen? Leg den Gedanken ans trinken einfach ganz auf die Seite, dann hat sich auch das mit Deinen Ängsten erledigt.

Es liegt ja nur an Dir, ob du stur an einer Verhaltensweise festhalten willst, die das Worst-Case-Szenario erst wahrscheinlich werden lässt. Momentan hast Du das mit dem direkten Ausnüchtern ja sowieso grade durch, dann bleib halt einfach dabei und gut ist.

meint

der minitiger


karwoll Offline




Beiträge: 24

28.02.2005 10:44
#22 RE: Erste Probleme Antworten

Hallo,

ich spreche da immer von dem persönlichen Tiefpunkt. Der beinhaltet für mich auch, die Sichtweise, was der Alkohol für mich im Moment meiner Entscheidung ist.
Als ich mich entschlossen habe, nicht mehr zu trinken, hatte ich keine Altanative.
Wenn man sich nach den scheinbar guten Momenten zurück sehnt und überlegt, diese wieder zu erreichen, hat man diesen Tiefpunkt noch nicht erreicht.
Was interessiert denn die gesellschaftlichen Verhältnisse, ob ich da mit anstoßen kann oder halt nicht.
Ich bin seit meiner Trockenheit immer von Anfang an ehrlich und habe den Menschen, die ich längere Zeit umgebe, z.B. Kollegen, mein Problem erzählt und kam nie in solche Gefahr.

Gruß
karwoll


Holzhasilein Offline




Beiträge: 13

28.02.2005 16:12
#23 RE: Erste Probleme Antworten

Hallo,
ich bin zum ersten Mal in diesem Forum und ich muss sagen, ich kann die Gedanken von Bernard nachvollziehen in gewisser Weise...
Nur ich bin ... denke ich mal... einen Schritt weiter... ich kann das Bier nicht aus meiner Umgebung verdammen, d.h. ich habe mich von dem Bier gelöst, es grinst mich an und ich grinse zurück... dabei sind es nicht immer dieselben Flaschen, sondern immér wieder neue... denn ich kann meinem mann das Trinken nicht verbieten... ich kann ihn auch nicht unter Druck setzen, nur weil ich NEIN sage...
Also ich hab es vielleicht doppelt schwer, ich bekenne, ich bin Alkoholiker, doch ich kann damit leben, das Bier in meinem hause nicht zu vernichten...
Ich habe auch erst beim dritten Anlauf gecheckt, dass es auf meine innere Einstellung ankommt... und ich brauche nicht hoffen, trocken zu bleiben... ich bleib es einfach...
Ich hoffe, ihr findet das nun nicht nur Stuss, was ich schrieb, denn ich habe mich wiedergefunden...


Carfield Offline



Beiträge: 255

28.02.2005 21:51
#24 RE: Erste Probleme Antworten

Hallo Holzhasi,
also ich finde, dass Du absolut keinen "Stuss" schreibst!

Herzlich willkommen auf dem Saufnix Board.

Ich finde, dass Du es doppelt schwer hattest mit dem
Trinken Schluss zu machen, zumal in Deinem Haus der Alkohol durch das Trinken Deines Mannes "allgegenwärtig" war und ist. Ich denke, da gehört schon eine Riesenportion Wille und Kraft dazu, um standhaft zu bleiben.

Wie Du berichtest funktioniert es aber mit der "Flaschenzurückgrinserei".
Eine mir bislang unbekannte Methode, trocken zu bleiben, aber man lernt nie aus.

Wenn Du magst, erzähl ein bisschen mehr von Dir.
Max


Holzhasilein Offline




Beiträge: 13

01.03.2005 09:30
#25 RE: Erste Probleme Antworten

Also Carfield...
du möchtest etwas mehr von mir erfahren...
ich bin 39...habe 4 Kinder... einen Sohn, der wird bald 20 und drei Mädels, die werden demnächst 17,16 und 15... sie stehen voll hinter mir, d.h. sie bestärken mich, nicht das erste Bier aufzumachen...
Ich habe mich nach 5 Jahren des täglichen Bierkonsums entschlossen, keine Flasche mehr zu öffnen, weder für mich noch für jemand anderes... zwei Anläufe sind fehlgeschlagen, denn ich machte die Flasche ja nicht selber auf *ggg* das war die erste und größte Lüge mir selbst gegenüber... was mich hier stark bleiben lässt ist ganz einfach... ich kann wieder leben und für mich und meine Umgebung da sein... also nicht mehr auf den Abend warten wollen, um wieder in einen Rausch zu fallen... der Tag war mit dieser Warterei eh gelaufen, weil ich immer nur darauf gewartet habe, dass er vorbei ging...
Sicher kommt hin und wieder mal ein Punkt, wo man mein, es wächst einem alles über den Kopf und man könnte ja mal wieder alles hinschmeissen... doch dann setze ich mich hin und durchstöbere das Internet mit nem Tee in der Tasse... also mir hats bisher immer gut geholfen... auch wenn ich noch nicht sagen kann, ich bin seit Jahren trocken... aber ich bin so überzeugt von mir und mein innerer Schweinehund ist schwach im gegensatz zu mir...

Ich hoffe, ich habe das gut genug ausgedrückt, dass es verstanden wird...
LG
und x mal 24h


ben bremser Offline



Beiträge: 955

01.03.2005 09:59
#26 RE: Erste Probleme Antworten

hi holzhasi,
das mit der warterei hast du treffend beschrieben.
ich habe mich tagsüber auch immer gefühlt, als würde ich nur auf den zug warten...der dann abends aber doch immer nur nach nirgendwo fuhr. ( und schon wieder einen ohrwurm eingefangen:sprachlos

die tagtrinker waren die , die probleme hatten, und die nach getaner arbeit trinker waren jene, die mit alkohol umgehen konnten. leider ist mir nie so richtig klar gewesen, das ich langsam die nacht zum tag machte, um dieser regel noch entsprechen zu können......aber mein durst war irgendwann so gross, das zwei stunden am abend nicht mehr hinlangten um ihn zu stillen.

wenn ich deine worte so bedenke, fällt mir auch auf was plötzlich aus meinem leben verschwunden ist.
das warten auf den startschuss für die richtige stunde.

ich wünsche dir, dass deine lebenssituation nie in einen , gelegenheit macht diebe zustandand gerät....und natürlich einen guten tag...


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