Ich bin seit heute auf dem Forum und sehr begeistert, eine Freundin, die ich in der Reha kennenkelernt habe hat es mir empfohlen! Ich bin 42 und alleinerziehende Mutter von 3 Söhnen (8/11/13). Meine Suchtkarriere startetvor 5 Jahren und ging steil vom gelegentlichen Frustsaufen oder Sektfrühstück zu einem Pensmu von ca. 4 Flaschen Sekt am Tag. Nach einer Trockenphase von 3 Monaten, als ich meine Mutter pflegte,4 Tage nach ihrem Tod war ich mit 4,1 Promille auf der Entgiftungsstation. Kurzum, die nächsten 2 Jahre würden Bücher füllen, waren geprägt von insgesamt 11 Entzügen,keiner unter 3 Promille, mir fehlte die Bremse, kaum eine Klinik in der Umgebung wollte mich mehr aufnehmen, die Ehe scheiterte, ich geriet in kriminelle Kreise, Versuche einer ambulanten Therapie oder Tagesklinik scheiterten kläglich, überall flog ich früher oder später raus,meine SHG gab mich auf,ich wollte innerlich nicht aufhören, ich brauchte den Rausch, der Suchtdruck war so enorm, dass ich schon nach einigen Tagen keine Kraft mehr hatte dagegen anzukämpfen, sogar im Krankenhaus besorgte ich mir nach 2 Tagen wenn die Hallus und Krämpfe aufgehört hattan- -noch am Tropf hängend- den Stoff. Ich hatte mich innerlich aufgegeben.Morgens brauchte ich 3 Bier um überhauptaufstehen zu können um mich zu übergeben, tagsüber waren es dann 30 Bier. Dann kam der Knall, während einem kalten Entzug bei einem Freund (bitte nicht nachmachen!!)kam es mit einer Strohrum-Tranxilium-mischung zum Kreislaufschock und ich lag reanimiert auf der Intensiv. Danach warf ich alle Ausreden (Kinder /Job etc.)über Bord und machte Nägel mit Köpfen. 3 Monate Psychiatrie, und 6 Monate Langzeitreha in Birkenbuck im Schwarzwald. Dazwischen hatte ich nochmal den Rückfall meines Lebens mit Alkohol und leider auch anderen Drogen. Ich habe es geschafft, mich auf die Therapie einzulassen,habe mich fürs Leben entschieden und bin nun seit fast 9 Monaten trocken, und zwar ohne Saufdruck!!! Klar, ich muss einen Riesen Scherbenhaufen aufkehren, das Vertrauen der Kinder gewinnen, und ich weiss, jeden Tag kann es wieder passieren. Ich deke,bei Euch im Forum gibt es interessante Beiträge, ich habe immernoch viele Fragen, aber auch -bedingt durch meine Geschichte- viele Antworten.
Liebe Grüsse vom verschneiten Bodensee an alle
Lotta
Ohne meine Umwege wäre ich prompt an mir vorbeigelaufen....
ui, ui, ui das hört sich ja ziemlich heftig an. Der Schluß gefällt mir aber am besten - herzlichen Glückwunsch zu den ersten 9 Monaten . Da kommen sicher noch mehr .
Und willkommen auf Saufnix
Liebe Grüße Werner
---------------------------------------------------------------- It's nice to be a Preiss, it's higher to be a Bayer
boah ey, respekt! Nach so einem Verlauf jetzt so gut dazustehen ist bewundernswert!Ich weiß nicht, ob ich das geschafft hätte. Das board hier ist echt hilfreich, wenn man die richtigen Gesprächspartner trifft. Also erst mal herzlich willkommen! Du hast ja auch meine Geschichte gelesen. Was glaubst du, was dir fehlt(e)? Wie konntest du wie ein Phönix aus der Asche steigen? Was gibt dir Kraft? Diese Fragen stelle ich nicht nur aus Neugier, sondern weil ich glaube, dass es das ist, was du dir bewusst machen musst, um weiter zu machen.
Danke, Sarah für Deine Antwort! Ich denke die innere endgültige Abstinenzentscheidung , dieses berühmte "Umlegen des Schalters"kann man nicht erzwingen. Bei mir war der Auslöser dieses Koma, ich hatte wir plötzlich registriert es geht um mein Leben, ich hatte einen anderen Bezug zu meinem Körper, er war mir plötzlich wichtig. Das andere ist die psychologische Ebene, der Alkohol war bei mir der Ersatz vom eigenen ich, ich hatte mich 40 Jahre nur über andere definiert, ich war "die Tochter von...", die Frau von... die Mama von...aber ich selbst blieb auf der Strecke. In der Therapie wurde mir eingepflanzt, mich selbst zu pflegen, nicht die Ansprüche anderer in den Vordergrund meines Handelns zu rücken. Das ist in der Theorie schlüssig und nachvollziehbar, "draussen" wird es aber sogar als blinder Egoismus gewertet, ist aber meiner Meinung nach lebenserhaltend, denn wir haben eine tödliche Krankhit; DAS DARF MAN NICHT AUS DEN aUGEN VERLIEREN!!!
In diesem Sinne, ich freu ich auf interessante Diskussionen, LOTTA
Ohne meine Umwege wäre ich prompt an mir vorbeigelaufen....
herzlich in diesem netten Forum. Interessante Karriere, die Du da fabriziert hast.
Folgendes stach mir ins Auge:
ZitatGepostet von Lotta1 ...und ich weiss, jeden Tag kann es wieder passieren...
DAS ist in meinen Augen eine sperrangelweit offene Hintertür. Ein Vorfall, Rückfall, wie auch immer Du das nennen magst, "passiert" nicht einfach. Du musst "Es" schon selber tun. Es ist Deine freie Entscheidung, ob Du trinkst, drogst, oder nicht.
Denk mal drüber nach.
Viel Erfolg Thomas
Das Leben ist keine Generalprobe; Es ist die Uraufführung!
Danke Thomas für Deine Antwort und die Analyse meines Berichts! Das mit dem Hintertürchen, da magst Du recht haben,und das hört auch lein Akli gerne... ich habs beim Schreiben gar nicht so durchleuchtet, ich hab da eher an einige Bekannte gedacht, die nach Jahren wieder rückfällig wurden. Aber es stimmt, die Entscheidung für die Abstinenz muss immer wieder neu getroffen werden, und zwar von mir, ich hab auch die Phase hinter mir, in der immer die anderen auslösend waren, die Umstände als Platzhalter für die eigene Entscheidung!! Also, nochmals danke, werde achtsam sein,
LOTTA
Ohne meine Umwege wäre ich prompt an mir vorbeigelaufen....
Mir gefällt das Ende deines Berichts auch am besten, zumal es nicht viele Suchtkarrieren mit so einem "Happy End" geben dürfte.
"Happy End" habe ich in Hochkomma geschrieben, weil mir und wohl auch dir bewußt ist, dass es gepflegt und gehegt werden muss, damit es ein "Happy End" bleibt.
Alles Gute!
Liebe Grüße vom Grufti! Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
Du hast recht, das "Happy End" ist nur ein Schritt,aber ein wichtiger, jeder trockene Tag zählt, und wie meine Therapeutin im Abschlussgespräch sagte: "Der Vogel, der morgens zu früh pfeift,wid vor dem Abend von der Katz gefressen", also werde ich wachsam bleiben! LG Lotta
Ohne meine Umwege wäre ich prompt an mir vorbeigelaufen....
Lotta, möchte dir auch hier sagen. Habe so einige deiner Beiträge gelesen und mir angeschaut wie dein Weg war. Danke für deine Offenheit und sei stolz auf dich, wie weit du schon gekommen bist. Alles Gute Ruby