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Saufnix  
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Dieses Thema hat 9 Antworten
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 Selbsthilfe und Gruppengespräche
hannah ( gelöscht )
Beiträge:

04.11.2002 11:06
RE: von der schwiergkeit zu kapitulieren Zitat · Antworten

hallo, ihr lieben,
ich hoffe, daß mein beitrag in diese kategorie paßt:
Ich habe mal wieder viel nachgedacht in der zwischenzeit. Mich beschäftigt sehr, daß ich das gefühl habe, leute wie ich, die geben nicht eher auf, als bis sie an die grenzen gekommen sind, bis nichts mehr geht. So ist wohl die sache mit dem persönlichen tiefpunkt auch zu verstehen, den jeder für sich erreicht haben muß bis eine wirkliche umkehr überhaupt möglich ist. In diesem zusamenhang bin ich richie sehr dankbar für sein bild mit der schiefen ebene und dem zug, in dem man sitzt. Man muß sich einfach darüber im klaren sein, daß dieser zug in jedem fall in die hölle fährt, ganz bestimmt erst dann zum stehen kommt, wenn nichts mehr geht, alles verloren ist, vielleicht sogar das leben – so wie bei meinem vater. Ich weiß immerhin, daß ich jederzeit aussteigen kann, schlechtestenfalls um zu verschnaufen, bestenfalls, um die reise zu beenden. In beiden fällen fährt der zug regelmäßig weiter an mir vorbei, hält immer wieder an und verlangt mir die entscheidung ab, ob ich nicht doch wieder einsteigen will...ich persönlich habe noch sehr viel zu verlieren außer meiner gesundheit –
Ich meine jetzt auch begriffen zu haben, warum ihr immer darauf drängt, daß man sich menschen anvertraut. Ich wollte das lange zeit nicht, weil ich mich geschämt habe, weil ich es allein schaffen wollte – und weil ich keine zeugen haben wollte, die mein erneutes scheitern mitbekommen. Gerade weil ich noch einiges zu verlieren habe, weil „da noch was geht“, war es mir immer sehr wichtig, meine ängste, meine qualen als mein geheimnis zu hüten, um mir dann immer wieder einreden zu können: „ok, ich bin durch meine biographie vorbelastet, ich versuche auch zeitweise meine probleme mit alkohol zu lösen, aber alkoholikerin bin ich nicht. Irgendwann, wenn meine lebensumstände sich verbessert haben, dann kann ich wieder ganz normal trinken wie alle anderen auch...!“ meine trockene freundin hat mir daraufhin geantwortet, daß ich es doch dann lassen soll mit dem alk bis es mir besser geht, weil niemand mit alkohol probleme löst, - im gegenteil, man macht sie nur noch schlimmer...! alkoholikerin zu sein, sich das einzgestehen, ich glaube, das ist so schlimm, weil man dann die verantwortung dafür übernimmt. Und noch etwas ist so schwer an diesem eingeständnis, nämlich das akzeptieren, daß man nicht perfekt ist, daß man einen makel hat, dem man in seinem weiteren leben rechnung tragen muß. Bisher habe ich mir eingebildet, daß ich, wenn ich nur will, alles erreichen kann, aber gegen diesen defekt bin ich machtlos.
Ich bin viele jahre in AB –gruppen(anonyme beziehungssüchtige)(bitte nicht lachen!!!) und zu den erwachsenen kindern von alkoholkranken eltern gegangen, habe dort das programm der AA, Al-Anon und auch einige nette trockene alkoholikerinnen kennengelernt, bin in offene meetings gegangen und war sogar auf einem deutschlandtreffen. Immer habe ich gespürt, daß ich mich mit meinem verhältnis zum alkohol auseinandersetzen müsste, habe mich aber nie richtig getraut. Beziehungen zu menschen braucht jeder, es kommt nur darauf an, sie gesünder zu gestalten – und das passiert mit kleinen vor- und rückschritten in der dunkelheit der privatsphäre, und wenn alles nichts nützt, dann kannst du dich immer noch aus der schädlichen beziehung lösen, so wie du dich als ko-alkoholikerin von deinem alkoholkranken partner trennen kannst, wenn dieser nicht von sich aus trocken werden will, aber mit der droge selbst musst du dein ganzes leben lang leben, du kannst dich auf dauer immer weniger gut selbst belügen, und wenn du dich erst geoutet hast, dann ist nichts mehr so wie es vorher war. Einzusehen, daß ich nicht alles in der hand habe, nicht mal das, was mich betrifft, sich von der illusion, macht zu haben, zu trennen, das fällt mir so furchtbar schwer. Ich glaube, wenn mir das gelingt, dann ist es auch nicht mehr so wichtig, „was die leute sagen“. Es ist irgendwie beides, einerseits das eingeständnis der ohnmacht, nicht perfekt zu sein, und andererseits die bereitschaft verantwortung für mich selbst mit meiner unzulänglichkeit zu übernehmen, mich mein leben, meine gesundheit wichtig zu nehmen. (ich hoffe, das ist jetzt kein dummes zeug). Das fällt mir mindestens genauso schwer. so-
seid erst mal lieb gegrüßt von eurer


hannah ( gelöscht )
Beiträge:

04.11.2002 11:27
#2 RE: von der schwiergkeit zu kapitulieren Zitat · Antworten

Gerade hat es bei mir „klick“ gemacht, und das will ich nun doch auch noch mal loswerden bei all dem gejammer: immer wieder in phasen der abstinenz komme ich an diesen jammerpunkt, dann ist alles so düster und so schwer, oh gott, diese scheißabhängigkeit und immer, immer, immer... und dann plötzlich dieses gefühl, mensch, hannah, was jammerst du denn so, du bist doch endlich frei! Frei, das zu tun, was du für richtig hältst, du hast die wahl: wenn du trinken willst, dann trinkst du, wenn nicht, dann lässt du`s bleiben! Hört sich jetzt banal an, aber ist es nicht so? wenn ich mich selbst endlich mal wichtig nehme, dann kann ich mich entscheiden, das zu tun, was für mich gut ist – und das ist nun mal nach langem kampf und reichlich beschissener erfahrung die abstinenz! Niemand kann mich gegen meinen willen dazu zwingen, nicht mehr zu trinken. Diese entscheidung liegt allein bei mir, ist das nicht großartig?!


Beachen Offline




Beiträge: 3.654

04.11.2002 16:19
#3 RE: von der schwiergkeit zu kapitulieren Zitat · Antworten

Hallo Hannah !

Du hast mich mit deinem Beitrag mitten ins Herz getroffen (und in die Seele).
Auch ich habe jahrelang versucht keine Verantwortung für mein Tun und mein doch eigendlich wertvolles Leben übernehmen zu müssen (klappt mit Alkohol doch auch so gut).
Immer unter dem Deckmäntelchen verkorkste Kindheit, mir gehts so schlecht, ich leide. Daß ich mich dabei nur im Kreis drehe und mir es nie besser gehen kann wenn ich mich immer nur "abdichte" , dieses Licht ist mir erst sehr spät aufgegangen.
Was mir noch bei all dem sehr schwer fällt zu verstehen ist die Tatsache daß ich nie mehr auf eine Party o.ä. gehen kann und nur "ein bißchen" mit den anderen mittrinken kann, weil ich dann wieder saufe bis nix mehr geht.
Und wenn ich daß weiterspinne so sind mir doch durch die Sucht schon längst die Zügel aus der Hand genommen.
Das meine ich, liebe Hannah weil du doch geschrieben hast
du willst alles im Leben selbst managen. Doch da glaube ich managt uns die Sucht. So sehe ich daß jedenfalls für mich.

Ich wünsche dir alles Gute

BEA


Beachen Offline




Beiträge: 3.654

04.11.2002 16:24
#4 RE: von der schwiergkeit zu kapitulieren Zitat · Antworten

Ergänzung:

Ich denke daß man letztendlich keine Verantwortung für sich selbst übernimmt wenn man versucht alles alleine zu schaffen und dabei klar sieht daß man scheitert.


hannah ( gelöscht )
Beiträge:

04.11.2002 20:26
#5 RE: von der schwiergkeit zu kapitulieren Zitat · Antworten

Liebe bea,
ich bin dir so dankbar für deine antwort, denn ich hatte schon direkt nach dem post so ein komisches gefühl, mich irgendwie provokativ oder bescheuert geäußert zu haben: natürlich würde ich am liebsten alles alleine managen, aber daß das nie geklappt hat...sonst wäre ich z.b. ja auch nicht hier...ich bin noch nicht so weit unten gewesen mit entgiftungen und allem drum und dran. Das ist einerseits eine gnade, die ich denen zu verdanken habe, die das alles durchmachen mussten und gott sei dank davon berichten, andererseits muß ich höllisch aufpassen, meine sucht nicht herunterzuspielen, nur weil ich noch nicht „aktenkundig“ aufgefallen bin. deshalb fand ich das bild von dem zug ja auch so gut oder auch den satz einer trockenen alkoholikerin, die von sich sagte, auch wenn sie noch nicht in der gosse gelegen habe, sie wisse genau, dass sie die gosse in sich trage. Daran versuche ich zu denken, wenn es mir schlecht geht, um mich daran zu erinnern, daß ich mit alkohol ganz bestimmt keines meiner probleme löse. Und was meinen geistesblitz betrifft: ich hasse es, abhängig zu sein! Ich habe schlicht begriffen, daß es auch nichts bringt, mit dem trinken aufhören zu wollen, weil andere das von mir erwarten, oder weil sonst „die leute“ was denken könnten. Ich hab´ kapiert, daß es letztlich nur um mich geht, um mein leben, um meine gesundheit, und ich habe mich darüber gefreut, daß ich frei bin in meiner entscheidung – machtlos bin ich nur dem alkohol gegenüber –aber ich habe trotzdem die wahl, das erste glas stehen zu lassen! Mit dem bewußtsein dieser freiheit geht es mir viel ,viel besser. Ich könnte jetzt noch viel mehr schreiben, aber leider ruft die pflicht – noch mal danke für deine antwort, ich glaube, so weit weichen unsere einsichten/ansichten gar nicht voneinander ab


matronula Offline



Beiträge: 38

04.11.2002 22:41
#6 RE: von der schwiergkeit zu kapitulieren Zitat · Antworten

Hallo hannah,

Erstens und wichtigstens: "Dummes Zeug" steht an keiner Stelle in Deinem Beitrag. Im Gegenteil: Das ist ganz schön starker Tobak, den Du da anbringst, und das meine ich 100% im positiven Sinne. Sich das eigene (unser aller) Dilemma so konsequent vor Augen zu halten, dazu gehört ganz schön viel Mut. Vieles von dem würde ich heute noch (nach fast vier Jahren Abstinenz) ohne zu zögern unterschreiben. Allerdings halte ich es mir meistens nicht so klar vor Augen. Und ich glaube, das ist auch gut so. Auf der einen Seite steht die (jedenfalls auch für mich wichtige) intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Problem. Andererseits kann es aber auch wichtig sein, das alles zu verdrängen. Nämlich dann, wenn es einen fertig macht und runterzieht. Mir ist es am Anfang auch sehr schwer gefallen, dieses "nie wieder" zu akzeptieren. (Ich mag das Wort "kapitulieren" in diesem Zusammenhang nicht, da es für mich eine Niederlage impliziert, mein Gefühl mir aber sagt, jeder Tag ohne Alk ist ein großer Sieg). Mir hat es damals sehr geholfen, mir kleinere Abschnitte vorzunehmen, und wenn es nur "die nächsten paar Stunden" waren. Heute brauche ich das im Allgemeinen nicht mehr, weil mich das abstinente Leben nicht mehr schreckt. In Zeiten, wenns mir richtig mies geht, greife ich aber immer noch darauf zurück.

Ein großes Problem habe ich für mich mit dem Begriff "Makel". Laut Wahrigs Wörterbuch bedeutet das "Mangel, Fehler oder Schandfleck". Für mich ist es ganz einfach eine Krankheit. Und für die kann ich nichts. Was nicht heißt, dass ich keine Verantwortung habe, aber die kommt erst ins Spiel, wenn es um den Umgang mit dieser Krankheit geht, um die Frage des Stehenlassens.

Ich glaube, es ist viel schwieriger, zu einem gesunden Umgang mit Beziehungen zu gelangen als mit Alkohol. Wie Du schreibst, braucht jeder Mensch Beziehungen, ich kann als nicht heute eine Entscheidung treffen, von jetzt ab darauf zu verzichten. Ich muss also daran arbeiten, mich ständig damit auseinandersetzen, ich MUSS laufend testen, ob dies oder jenes ein guter Weg ist. Beim Alkohol ist das vergleichsweise einfach: Es ist immer nur ein Ja oder Nein, ich kann als Person sehr gut ohne ihn auskommen, ich bin nicht gezwungen, Dinge auszuprobieren, die mir nicht bekommen könnten. Bei Beziehungen muss ich das tun, weil ich nicht gänzlich auf sie verzichten kann. Ich kann zwar eine konkrete Beziehung beenden, aber wenn das Problem in mir liegt, taucht es früher oder später wieder auf.

So - jetzt bin ich unsicher, ob ich wirres Zeug geschrieben habe, aber (in diesem Fall!) no risk no fun. Also ab damit aufs Board.

Matronula


hannah ( gelöscht )
Beiträge:

05.11.2002 13:06
#7 RE: von der schwiergkeit zu kapitulieren Zitat · Antworten

Lieber matronula,
vielen dank für deine antwort. Dein beitrag enthielt überhaupt keinen fetzen wirres zeug, sondern war wie alle deine anderen beiträge sehr klar und aufrichtig. Ich lese deine posts immer sehr gern, weil ich dahinter einen menschen sehe mit der bereitschaft, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen wie ich es gerade bei männern selten erlebe. Auch wenn ich die tendenz habe, furchtbar viel nachzudenken, bin ich durchaus kein klassischer kopfmensch, es ist nur so, daß ich dinge, die mich angehen von grund auf verstehen will – und den transfer zwischen kopf und bauch. Ich lasse nicht locker, bis ich begriffen habe, warum was hakt, warum z.b. kopf und bauch, vernunft und gefühl gegeneinander statt zusammen arbeiten. Eine klassische situation beim thema sucht...aber darin liegt auch die gefahr, sich zu sehr zu verstricken und sich im kreis zu drehen. Hier hilft mir das forum sehr, wenn ich einen solchen punkt erreicht habe, dann kann ich mir luft machen und das loswerden indem ich das aufschreibe, und wenn ich dann glück habe, dann antworten mir menschen wie du und bea oder die anderen – und dafür bin ich sehr dankbar. Ich wünsch mir noch viele „posts“(?) von dir und dir einen schönen tag


felidaela Offline




Beiträge: 796

10.11.2002 21:12
#8 RE: von der schwiergkeit zu kapitulieren Zitat · Antworten

Liebe Hannah,

du schreibst da von Gefühl im Bauch und Gedanken im Kopf. Hat du schonmal was von der "Theorie der kognitiven Dissonanz" gehört? Das wird bei Scientology angewendet, um eine Bewußtseinsveränderung herbeizuführen. Das kann man aber auch pos. auf sich anwenden. Ich habe das so verstanden: Stelle dir Gedanken, Gefühle und Handlungen als drei Punkte vor, die mit einem Gummi verbunden sind. Wird einer der drei Punkte verändert (an ihm gezogen, wodurch auch immer), entsteht eine Dissonanz zu den jeweils anderen Punkten. Der Mensch erträgt aber nur ein bestimmtes Maß an Diskrepanz zwischen diesen drei Punkten. Entweder "schnippt der Aussreißer" wieder zurück zu den anderen beiden, oder er zieht die zu sich nach, je nachdem wann der "Gummi" zu sehr gespannt ist, passiert also was.

Mit Trinken kann man eine Zeit lang wohl ziemlich gut sein Handeln den Gedanken folgen lassen. Oder man zieht mit dem Alk die Gefühle zurück.

Jeden Tag aufs neue trocken zu bleiben, ist der Ansatz, das Handeln zu ändern. Sehe ich jedenfalls so.

Dieses Dreieck kann man auf viele (alle) Lebensbereiche anwenden.

Und in so einer Gruppe für PB war ich auch viele Jahre lang, habe sie damals '93 selbst mitaufgebaut. Bin heute noch mit einigen Mädels von denen in Kontakt, gute Freundschaften, aber bei meinem Alk-Problem können sie mir eben nicht folgen, es nicht nachvollziehen.

Im Gegenteil und so ging es mir bisher immer: Du und Alk-Probleme. Naja, haste wieder was neues gelesen? Lebe doch einfach mal und denke nicht über jeden Schritt soviel nach. (sowas kommt allerdings nicht von 2meinen Mädels"!)
Nur weil ich schon oft gehört habe, man sollte sich outen. Hat mir nichts gebracht. Wieso soll ich mich auch bei jedem rechtfertigen?
Eine Freundin habe ich sogar dadurch verloren. Die fühlte sich völlig überfordert, als ich ihr schrieb, dass ich nicht mehr trinken will und deshalb wahrscheinlich lieber nicht zu ihrem Geburtstag komme. Ich hatte mich so ein bissel offenbart. Sie hielt mir vor, dass ich doch nicht einfach alles bei ihr abladen könne, sie hätte ja auch Probleme, aber würde mich nicht damit belasten. Sie hatte Angst. Dachte wohl, ich erwarte direkte Hilfe, denn sie schrieb auch von Verantwortung, die sie nicht übernehmen wolle. Naja, war wohl die falsche Freundin.

Jedenfalls hat mir der Abend hier im Forum geholfen, nicht zu trinken, der zweite. Hatte auch schon 3,4 trockene Monate, aber.... habe mich heute beim Thema "Karriere" gemeldet, falls du wissen möchtest, wer ich bin.

Dir alles Gute und Gruß von

felidaela (lieber doch den...)[f1][ Editiert am: 11-11-2002 9:46 ][/f]


matronula Offline



Beiträge: 38

10.11.2002 23:38
#9 RE: von der schwiergkeit zu kapitulieren Zitat · Antworten

@ hannah,

vielen Dank für Deinen Beitrag, er hat mich allerdings ein bisschen verlegen gemacht...

Das mit der Diskrepanz kenne ich natürlich auch bestens. Und ich glaube nicht, dass das nur beim Thema Sucht eine große Rolle spielt. Das Problem ist, dass beide (Kopf und Bauch) völlig unterschiedliche Ziele haben. Der Kopf will das "Richtige", das "Vernünftige" tun, der Bauch kümmert sich darum einen Dreck, der will seine Grundbedürfnisse befriedigt haben, auf schnellste und einfachste Art und Weise, er kann und will über die Konsequenzen nicht "nachdenken".
Die "Lösung" liegt wohl darin, beiden "Instanzen" ihre Berechtigung zu geben und ihnen damit die Möglichkeit zu nehmen, sich über unkontrollierbare Wege Gehör zu verschaffen.

@ Feli,

das Modell mit den drei Punkten und dem Gummi finde ich richtig spannend! Wo (außer bei Scientology!) kann man mehr darüber erfahren? Mein erster Gedanke war: was passiert, wenn der Gummi reißt? Oder ist das in der Theorie nicht vorgesehen?
Ob wir jedoch mit dem Trinken das Handeln den Gedanken angleichen, da habe ich so meine Zweifel. Wenn ich es richtig verstanden habe wäre es dann ja möglich, einfach durch veränderte Gedanken ("ich trinke nichts mehr, weil es mir nicht gut tut") das Handeln anzugleichen. Und genau das scheint ja meistens nicht zu funktionieren.
Aus meiner Erinnerung würde ich eher sagen, ich habe getrunken, weil mir vom Gefühl her einfach danach war. Aber darüber kann man sicher trfflich streiten...

Klasse finde ich, dass Du aufgehört hast zu trinken. Herzlichen Glückwunsch dazu und: mach weiter so!

Liebe Grüße an Euch beide,

Matronula

[f1][ Editiert am: 10-11-2002 23:43 ][/f]


felidaela Offline




Beiträge: 796

11.11.2002 00:27
#10 RE: von der schwiergkeit zu kapitulieren Zitat · Antworten

'n Morgen matronula,

ja ich geistere immer noch hier rum. Danke, dass du mir geantwortet hast.

Diese Theorie wurde von einem gewissen Leon Festinger 1950 ... naja, zusammengefaßt steht da. Und gelesen habe ich es in "Scientology Schicksale" Untertitel: Eine Organisation wird zum sozialen Störfall / Erfahrungsberichte.

Und ansonsten ist es das Prinzip des positiven Denkens. Ich glaube tatsächlich, dass das Handeln, nämlich aufhören zu Trinken, das Fühlen sehr beeinflusst. Alle fühlen sich doch irgenwie besser, dann, nach dem Entzug und das veranlasst u.a.(!) auch dazu, nicht wieder zu trinken.

Gerissen ist der "Gummi" beispielsweise beim Fall Juhnke. Verbindung unterbrochen..... An welcher Stelle, ist dann vermutlich sogar egal.

Na ich versuche es jetzt mal mit Schlafengehen. Gut, ich werde müde sein. Bissel müde, ha... war ich doch immer - klar, die Leber.... aber ich werde nicht verkatert sein! Also egal, ob ich schlafe...

felidaela[f1][ Editiert am: 11-11-2002 9:47 ][/f]


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