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Dieses Thema hat 1 Antworten
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tommie Offline




Beiträge: 10.595

17.02.2003 16:05
RE: Therapieplatz nach Entgiftung Zitat · Antworten

Eine Anfrage, die per Mailformular einging:
...........................................

Hallo Tommi,
auf deine -supertolle!- Seite bin ich gestoßen auf der Suche nach Hilfe für meinen Freund. Der macht, obwohl er eigentlich in Frankfurt lebt, hier bei mir , in der Nähe von München eine Entgiftung. Das Problem ist: wie kommen wir bzw. er so schnell als möglich an einen stationären Therapieplatz? Denn wenn er nach der Entgiftung wieder in die Situation ( arbeitslos nach Studium und Forbildung, nun Sozialhilfeempfänger in einer Stadt, in der er wirklich niemanden kennt) nach Frankfurt zurück muss, dauert es wohl nicht allzu lange bis er wieder zur Flasche greift. Was können wir tun, um so gut wie möglich die zuständigen Stellen davon zu überzeugen, dass eine Therapie SOFORT nach Ende der Entgiftung erfolgen muss? Sprich, den herrschenden Bürokratismus, der sich mir hier mittlerweile die Nackenhaare hochstehen lässt, zu umgehen oder zu entkräften?

Weißt du Hilfe oder Rat oder andere Anlaufstellen??

Verzweifelte Grüße
Biggi


Reiner Offline




Beiträge: 1.036

17.02.2003 20:02
#2 RE: Therapieplatz nach Entgiftung Zitat · Antworten

Biggi

.....ich hoffe doch Tommie,obwohl die Mail an Dich gerichtet ist, dass Du von uns Meinungen erwartest sonst hättest Du die Mail sicher nicht ins Forum gestellt??

Oki…werde mal meinen Senf dazugeben.

Als erstes ein herzliches hier im Forum Biggi!

Biggi ich werde dir mal schreiben wie es bei mir war.
Dazu kopier ich mal einen Ausschnitt aus meinem schon geposteten:

MEINE LANGZEITTHERAPIE
(Teil1)

Anknüpfend möchte ich meine Erlebnisse, Eindrücke und Erfahrungen während meiner 4- monatigen Langzeittherapie schreiben.

Wieder der Hinweis für Nichtinteressierte X

Wie ging es weiter?

Da werde ich mal das Erinnerungskarussell in Schwung bringen.

Gehe noch mal zurück zum Ende meiner AEB (21 Tage). In der letzten Woche lernte ich einen Patienten kennen der eine sehr eigenartige Hilfe benutzte um „trocken“ zu bleiben. Ich unterhielt mich mit ihm und erzählte mir folgendes:

Da er im persönlichen Leben desöfteren Probleme hat und dann einem ungeheuren Saufdruck wiederstehen muss. ( Alkohol als Problemlöser?) und schon Rückfälle dadurch gehabt hat ihm ein Arzt einen „Deal“ vorgeschlagen:
Und zwar das Besagter sich in gewissen Zeitabständen prophylaktisch für eine Woche in die Entgiftungsstadion einweisen lies.
Das schloss natürlich einen Rückfall nicht aus aber es brachte dem Patienten zwei Vorteile:
Er hatte ein zeitliches Ziel vor Augen und war sehr stolz wieder eine Phase geschafft zu haben und das in ihn gesetzte Vertrauen nicht enttäuscht zu haben.
Sein Gesundheitszustand wurde in regelmäßigen Abständen gründlich gecheckt. Natürlich bezweifle ich ob diese Art der Aufrechterhaltung einer Abstinenz auf jeden anwendbar ist. Aber der Zweck heiligt die Mittel. Bei Ihm jedenfalls ging es schon 3 Jahre gut.
Natürlich wusste ich nicht wie es mir während der 8 Wochen bis zur Langzeit ergehen würde. Ich hatte so viel Schauergeschichten über Saufdruck und dergleichen gehört und natürlich einige sogenannte Drehtürpatienten erlebt. Ihr wisst hoffentlich was ich meine.

Jedenfalls bin ich zu meiner behandelnden Ärztin und habe gefragt ob dies für mich in den 8 Wochen einmal möglich wäre. Und bin dann nach 4 Wochen noch mal eine Woche eingezogen. Im Nachhinein schätze ich mal so ein: Ich hätte es nicht gebraucht.
Egal! Vorbeugen ist besser als heilen.

Zwischendurch besuchte ich noch 2-Mal die Suchtberatungsstelle und versuchte nun meiner Suchtberaterin zu entlocken wie es denn so ablaufe während dieser Langzeit.
Zu dieser Frau hatte ich übrigens ein sehr großes Vertrauen und sie hat mir auch im Anschluss an meine Therapie noch sehr geholfen.
Na ja einen wichtigen Tipp gab sie mir ich solle mich nicht provozieren lassen. Wie sie das gemeint hatte wurde mir leider erst klar nach dem es passiert war und ich mir mein loses Mund werk verbrannt hatte.


So habe ich die Zeit zwischen Entgiftung und Therapie überstanden OHNE rückfällig zu werden!

Fazit:
Es ist am günstigsten schon vor oder während der Entgiftung die Langzeit zu beantragen!!

Ansonsten muss man(n)/frau vor der Thera noch mal entgiften!
Ach ja….regelmäßige Besuche bei eine(r)m Suchtberatin/ter können natürlich auch ne ganze Menge dazu beitragen die Zeit trocken über die Runden zu bringen.

Klar kann man den Antrag auch als „dringend“ stellen ….aber bei wem ist es das nicht???

Vielleicht konnte ich Dir helfen Biggi!?!?

Ciao und Daumendrücken für Euch Reiner




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