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Saufnix
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Dieses Thema hat 34 Antworten
und wurde 2.337 mal aufgerufen
 Akute Hilfe
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Gast ( gelöscht )
Beiträge:

22.03.2005 19:22
RE: Schwierigkeiten an Therapieplatz zu kommen Antworten

Hallo!

Wie ihr erkennen könnt, bin ich neu hier. In einem anderen Forum hab ich die Erfahrung gemacht, dass Neulinge, die erst einmal wieder immer dieselben Dinge sagen oder fragen, ohne vorher länger still mitzulesen und die Stimmung auszuloten, schnell runtergemacht werden. Ich hoffe, das passiert mir hier nicht, bitte seid gnädig mit mir...

Zu mir. Ich weiß, dass ich alkoholabhängig bin. Ich habe eingesehen, dass ich immer tiefer in ein Loch falle, mich schwer aufraffen kann, Dinge angehen kann, meine Freude und meinen Spaß irgendwie verloren hab. Ich trinke schon länger, ich weiß nicht wie viele Jahre schon. Es war lange immer nur mal, vielleicht einmal die Woche, dann zweimal. Immer nur wenn ich alleine war. Ich bin verheiratet. Hab mit 19 Jahren geheiratet, wir hatten direkt ein Kind und mein Mann war immer viel weg beruflich und ich allein mit dem Kind zu Hause. Wir lebten berufsbedingt nicht mehr in unserer Heimatstadt, Einsamkeit und Überforderung spielten sicher eine Rolle. Ich habe immer nur getrunken, damit die Abende schnell vorbei gehen und ich einen Pegel habe, mit dem ich ins Bett gehen kann und direkt einschlafen.
Die Jahre vergingen, ich bin jetzt 38 Jahre alt, mein Sohn 18. Seit 1 ½ Jahren bin ich von meinem Mann getrennt, er hat mich jahrelang betrogen und er musste ausziehen, ich konnte nicht mehr. Seitdem trinke ich nun jeden Abend. Eine Flasche Rotwein bis anderthalb. Manchmal auch Sekt, wenn greifbar auch mal Schnaps...Aber meistens Wein.
Im Oktober war mir klar, ich muss eine Therapie machen. Der Alkohol, das Ende der Ehe, ich komme mit der Situation nicht klar, ich war noch nie allein, ich kenne mich gar nicht richtig, ich weiß gar nicht, was mir gefällt, was ich mag. Ich habe mir eine Liste der Krankenkasse der zugelassenen Therapeuten besorgt und die fünf in Frage kommenden (lebe in einer Kleinstadt) abtelefoniert. Zuerst einmal gingen Wochen ins Land, bis ich jemanden an der Strippe hatte – überall liefen immer nur Anrufbeantworter oder es gibt kurze Sprechzeiten vormittags – ich arbeite aber und kann dort nicht telefonieren. Die freundliche Sprechstundenhilfe am Telefon wollte von mir wissen, warum ich eine Therapie machen möchte. Ich wollte jedoch meine Probleme am Telefon nicht einer Sprechstundenhilfe erörtern... gut, ich kam auf eine Warteliste.
Nichts ist passiert. Dann war ich im Dezember wieder mal am Ende, war bei meinem Hausarzt und hab um Hilfe gebeten. Der hat mir eine Rufnummer gegeben von so einer zentralen Stelle, die einem den nächsten freien Therapieplatz nennen können. Ok, er hat ordentlich geschimpft mit mir, ich soll die Flasche stehen lassen – aber wenn es so einfach wäre...
Ich bin direkt vom Gespräch mit ihm – weil ich aktiv werden wollte – zur Caritas und hab um einen Termin in der Suchtberatung gebeten. Wow, ich musste warten, in 1 Stunde wiederkommen und wurde dann eingelassen. Allerdings nur, damit man meine Daten aufnehmen konnte – sie würden sich melden.
Ich habe noch eindringlich darum gebeten, dass man mich doch bitte ernst nähme. Nur weil ich nicht den ganzen Tag alkoholisiert bin und im Berufsleben stehe, habe ich dennoch ernsthafte Probleme!
Nichts.
Dann habe ich irgendwann diese zentrale Rufnummer angerufen – der Hammer! Die haben mir die Praxis genannt, in der ich seit Dezember auf der Warteliste stehe! Also ich wieder in der Praxis angerufen – angeblich stünde ich nun nach 5 Monaten an erster Stelle. Auf meine Frage, wenn ich doch krank sei und Magenschmerzen oder Fieber habe, müsse mich ein Arzt doch auch vorlassen, es ginge ja nur um ein Erstgespräch zumindest kam nur, sie könne da auch nichts machen.

Zweimal habe ich per e-mail die Lebensberatung angeschrieben, die auch Hilfe verspricht in solchen Situationen und um einen Termin gebeten – nichts!

Von der Caritas habe ich dann einen Termin bekommen, morgens um neun. Obwohl ich angegeben habe, nachmittags, weil ich arbeite. Gut dachte ich, das muss sein, nimmst Du Urlaub, es muss ja was passieren. Ich hatte Urlaub, der Termin wurde verschoben. Der neue Termin – ich habe wieder Urlaub – wurde auch abgesagt. Soooooooooviel Urlaub hab ich dann auch nicht.
Was soll ich denn nur machen? Ist es so schwierig an einen Therapieplatz zu kommen? Muss man erst alkoholisiert von irgendeiner Brücke springen, damit einem geholfen wird? Muss ich erst ganz unten ankommen?

Jeden Morgen nehme ich mir vor, heute trinkst Du nichts... abends öffne ich dann die Weinflasche, damit ich um zehn ins Bett fallen kann. Immer wieder dieses schlechte Gewissen! Ein paar Mal hab ich es schon geschafft, ein paar Tage ohne Alkohol und es ging mir richtig gut – warum greife ich nur immer wieder zur Flasche?

Meiner Freundin hab ich am Telefon gestanden, dass ich alkoholabhängig bin – damals als ich von meinem Arzt kam, der mir riet, darüber zu sprechen. Sie fiel vom Glauben ab und meinte nur, quatsch, wir trinken doch alle abends Wein und wann ich das letzte Mal nichts getrunken hab, ich lange her. Schön, aber sie trinkt ein Glas weil es ihr schmeckt – ich eine Flasche, damit ich ins Bett fallen kann. Richtig verstanden hat sie den Unterschied wohl nicht – und mich nie wieder gefragt, wie es mir geht.

Mensch, jetzt hab ich Euch so zugetextet – aber das musste mal raus. Es geht mir ja nicht so schlecht, dass ich mich zur Entgiftung in eine Klinik einweisen muss – ist es wirklich so was von schwer, an einen Therapieplatz zu kommen?

Ich bin noch zu jung um so perspektivenlos und ohne Spaß durchs Leben zu gehen... Ich will aufhören und kann irgendwie nicht...

Enalein


P.S. ich weiß gar nicht, ob ich in diesem "Board" richtig bin?


Gerda ( gelöscht )
Beiträge:

22.03.2005 19:33
#2 RE: Schwierigkeiten an Therapieplatz zu kommen Antworten

Hallo Enalein, mir gings genauso wie dir. abends die leere. und dann zur flasche gegriffen. mein mann meist unterwegs. nichttrinker, ich wenn ich genug hatte ins bett. bis es anging auch untertags einiges zu trinken. konnte nicht mehr autofahren. alkolisiert wollte ich nicht. man ist dann auch irgendwie angebunden und ausgeschlossen. man meint, jeder riechts,dass man getrunken hat.
bis eines abends, da bin ich umgefallen und meine kinder holten den arzt. am nächsten tag termin beim arzt, hatte mich furchtbar geschämt. sagte ihm , dass ich mich um eine selbsthilfegruppe bemühe, die fand ich in der Zeitung und ging zu AA. das habe ich sämtliche gruppen durchprobiert und bin dann bei einer geblieben. die gefällt mir sehr gut, sind nette leute dabei und die verstehen einen auch , weil sie alle dasselbe problem haben.
seitdem gehts mir wieder besser. am 6. april werden es 6 monate , dass ich nicht mehr trinke. am anfang fiel es mir auch schwer, aber es wurde immer leichter.
Versuchs und lasse das 1. glas stehen es lohnt sich!

Ich wünsche dir viele 24 trockene Stunden.
LG
Gerda


Gast ( gelöscht )
Beiträge:

22.03.2005 19:50
#3 RE: Schwierigkeiten an Therapieplatz zu kommen Antworten

Danke Gerda!
Ich habe mich grad mal ein bisschen hier umgesehen - in dem Thread "Ambulante Therapie" geht es der Tanja wohl ähnlich... ich sollte vielleicht doch erst einmal mehr lesen hier - aber es musste irgendwie aus mir raus das alles

Zwischendurch schaff ich es immer öfter das erste Glas stehen zu lassen - ich hab sogar schon vier Tage geschafft, war mächtig stolz,es ging mir super gut - und ich habe keine Ahnung, warum ich wieder angefangen habe
So geht es immer wieder *seufz*.

Enalein


Ralfi Offline



Beiträge: 3.531

22.03.2005 20:07
#4 RE: Schwierigkeiten an Therapieplatz zu kommen Antworten

Hi Enalein,

hier bist du auf jeden Fall richtig und zutexten kann man uns nicht. Wer es nicht lesen will läßt es bleiben. Dir hat es sicher gut getan, daß ganze mal rauszulassen.

Warum bist du den so sicher eine Therapie zu brauchen? Was hast du schon unternommen?

Gruß Ralf


Weggefaehrte Offline



Beiträge: 360

22.03.2005 20:13
#5 RE: Schwierigkeiten an Therapieplatz zu kommen Antworten

Hallo Enalein.

Von mir ein herzlich Willkommen hier im Saufnixboard. Es ist schon schlimm wenn man sich bemüht und etwas für sich tun will und erst einmal überall gegen eine Mauer rennt. Ich kenne die Zustände leider nur zu gut die eben in Suchtberatungsstellen herscht. Die meisten Beratungsstellen mußten durch die Gesundheitsreform bis zu zwei dritten ihrer Stellen streichen weil die Mittel gekürzt wurden. Diese Mittelkürzung geht leider zu Kosten der Hilfesuchenden.

Wenn sich bei mir jemand wegen einer Beratung einen Termin geben lassen will und die Sache eilig ist, rate ich als erstes in eine Selbsthilfegruppe zu gehen um die Zeit bis zum Erstgespräch zu überbrücken. In den Selbsthilfegruppen sitzen Leute die Deine Probleme aus eigenem Erleben kennen und die Dir in Deiner Situation mit Rat und Hilfe zur Seite stehen.

Wenn Du keine Selbsthiolfegruppen kennst, kann ich Dir weiterhelfen. Am oberen Rand dieser Post sind Rechtecke im ersten steht "Profil" das mußt Du anklicken. Dann erscheint mein Profil und dort nMail anklicken, und Du kannst dann eine verdeckte Mail an mich schicken mit den Angaben wo Du eine Gruppe bräuchtest.

Liebe Grüße von Günther.


Carfield Offline



Beiträge: 255

22.03.2005 20:21
#6 RE: Schwierigkeiten an Therapieplatz zu kommen Antworten

Hallo Enalein,

P.S. ich weiß gar nicht, ob ich in diesem "Board" richtig bin?

Herzlich willkommen. Du bist hier richtig!
Na ja, das mit "gnädig" wird es wohl nicht spielen, aber wenn Du den ehrlichen Willen mitbringst, eine Änderung Deiner Trinkgewohnheiten anzustreben, erhältst Du hier eine Menge an Unterstützung und Hilfe, von mir auf jeden Fall.

Aber das "AUFHÖREN" kann Dir keiner abnehmen.
Also pack`s an!
Max


Absti ( gelöscht )
Beiträge:

22.03.2005 20:23
#7 RE: Schwierigkeiten an Therapieplatz zu kommen Antworten

Enalein!

Es tut mir leid, dass du mit den Suchtberatungen so schlechte Erfahrungen gemacht hast. Meine Langzeittherapie wurde gleich aus einer stationären Entgiftung heraus durch den Sachbearbeiter dort angeleiert. So hatte ich sehr schnell einen Platz.

Vielleicht wäre für dich eine Selbsthilfegruppe in deiner Nähe eine Anlaufstelle, die dir etwas bringen könnte. Dort sind sicher auch Mitglieder, die eine stationäre oder eine ambulante Therapie gemacht haben und die dir dann sagen können, über welche Organisationen die Anträge gestellt wurden.

Die Ansprechpartner und die Treffpunkte und die entsprechenden Zeiten sind bei uns immer in der Tageszeitung unter Rat und Hilfe zu finden. Schau doch mal.

Einen Gruß schickt dir - Marianne -


alberd ( gelöscht )
Beiträge:

22.03.2005 20:35
#8 RE: Schwierigkeiten an Therapieplatz zu kommen Antworten

Hallo Enalein

es gibt da einen Trick, dazu musst Du aber in eine Entgiftung gehen. Dort soll Dein Sachbearbeiter mit Deiner Krankenkasse sprechen, ob Sie für Deine Langzeittherapie in Vorleistung tritt. Bei mir hat das damals funktioniert, denn die Krankenkasse will Dich aus Kostengründen so schnell wie möglich dort (Entgiftung) raushaben. Die Langzeittherapie bezahlt der Rentenversicherungsträger. Da Du noch nie eine Therapie gemacht hast, hast Du auch normalerweise Anspruch. Die Krankenkasse tritt also in Vorleistung und holt sich das Geld anschliessend von der BfA oder LVA zurück.

viele grüße alberd


Gast ( gelöscht )
Beiträge:

22.03.2005 20:49
#9 RE: Schwierigkeiten an Therapieplatz zu kommen Antworten

Ach Leute - ihr seid echt lieb hier!

Hm... mal gucken, ob ich ein paar Antworten zustande kriege...

Ich mein, dass ich eine Therapie brauche, weil ich alleine einfach nicht klar komme. Es ist schwer zu erklären... ich bin für alle in meinem Freundeskreis die toughe Frau, die alles im Griff hat - hat ich aber nicht .
Ich war mein Leben lang für andere da - mit 19 schwanger, mein Sohn, mein Mann waren alles für mich - doch wo blieb ich dabei? Ich denke nie an mich, ich hab es nie gelernt - so in der Art...

Entgiftung? Ich weiß nicht. Wenn ich vier Tage mal nix trinke, ich habe keine Entzugserscheinungen - es geht mir gut, ich habe noch nicht einmal Schlafprobleme. Deswegen verstehe ich auch nicht, warum ich dann doch wieder trinke

Selbsthilfegruppen? Ich habe Angst glaube ich... Die AA sind ja in der evangelischen Kirche... da wurde mein Sohn konfirmiert, der Pfarrer ist an seiner Schule Lehrer - Kleinstadt halt...
Kreuzbund... die Telefonnummer liegt hier - ich trau mich nicht. Hab Angst, was da wohl für Leute sind... Ich weiß nicht, kann das jemand nachvollziehen?

Verzwickt alles - zumal ich ja augenscheinlich ein noch normales Leben führe, war z.B. im Job in den letzten 2 Jahren nicht einen Tag krank - ich habe einerseits Angst, dass alles zusammenbricht und bin mir andererseits nicht sicher, ob es das nicht schon ist...

Oh wei. So ehrlich war ich lange nicht - tut ganz gut hier
ich werde mich dann morgen mal richtig hier anmelden glaube ich - bis dahin schönen Abend noch und vor allem wohl trockenen Abend? Sagt man das so?

Enalein


Weggefaehrte Offline



Beiträge: 360

22.03.2005 22:52
#10 RE: Schwierigkeiten an Therapieplatz zu kommen Antworten

Hallo Enalein.

Ich kann Deine Angst vor der selbsthilfegruppe verstehen, aber ich möchte Dir sagen, dass das unbegründet ist. Jeder der in einer Gruppe sitzt hat beim ersten mal diese Angst gespührt. Im nach hinein ist man dann überrascht von der Herzlichkeit mit der man aufgenommen wurde, weil die Leute halt Deine Angst verstehen.

Die Arbeitsweisen der Gruppen sind verschieden, aber alle haben das Ziel zu helfen um vom Alkohol loszukommen. Der Kreuzbund z.B. arbeitet im Verbund mit Beratungsstellen zusammen. D.h. Selbsthilfegruppe, Beratungsstelle. ambulante oder stationäre Therapie, Nachsorge und Gruppe. Also von Anfang an ist eine Rundumversorgung somit gewährleistet. Du mußt nur den ersten Schritt wagen, denn was hast Du zu verlieren?

Nur Du allein schaffst es, aber Du schaffst es nicht allein.

Liebe Grüße von Günther.


bordeauxnixe Offline




Beiträge: 673

22.03.2005 23:04
#11 RE: Schwierigkeiten an Therapieplatz zu kommen Antworten

Hallo enalein,

erstmal herzlich willkommen ! Hier bist du genau richtig!
Super, dass du hierher gefunden hast!

Zitat
in meinem Freundeskreis die toughe Frau, die alles im Griff hat - hat ich aber nicht



Genau so ging und geht es mir! Und ich glaube genauso wirkte ich auch oft bei Ärzten etc. Ich war z.B. während meiner Schwangerschaft wegen lang anhaltenden starken Blutungen im Krankenhaus. Trotzdem kümmerten sich die Ärzte intensivst um meine Bettnachbarin, die so gut wie nichts hatte. Und die 3.Bettnachbarin, auch eher der stark wirkende Typ, wurde auch kaum beachtet.

So kommt es mir vor, wenn ich lese wie du gegen Mauern rennst.

Ich denke, oft schätzt der Fachmann sein Gegenüber eben auch subjektiv ein. Hat irgendetwas mit der Außenwirkung zu tun, die wir rüberbringen.

Allerdings muß ich sagen, seitdem ich nicht mehr trinke und ich habe so 3 bis 4 Mal in der Woche 1 bis 1 1/2 Flaschen Wein getrunken, hat auch das sich verändert. Zumindest empfinde ich es so.

Ich lasse heute eher zu, Schwäche zu zeigen - vielleicht hängt es damit zusammen. Genau weiß ich es noch nicht.

Dein Posting hat mich wieder daran erinnert und mich zum Nachdenken gebracht.

Ich hatte das große Glück und bin bei den AA gelandet, nachdem ich bei einem Suchtberater war (den ich scheußlich fand - mit dickem Bierbau und sonst dünn) und bei den Lotsen klingelte und die nicht aufmachten.

Ich kann dich nur ermutigen zu den AA zu gehen. Alles was du dort hörst und erlebst bleibt auch in diesen Räumen - das ist eine Regel der AA.

Uns ging es allen so , wir hatten alle Angst, bevor wir die Schwelle zu den AA übertreten haben. Glaube mir es wird ganz anders kommen wie du jetzt denkst.

Und wenn du dort jemanden kennst, ist das auch nicht schlimm, denn derjenige wird sich freuen und nach dem Meeting geht ihr eh wieder getrennte Wege. Die AA warten bis du anklopfst, sie warten und warten...bis du kommst. Sie kommen aber nicht zu dir. Tu´diesen Schritt, ich kann dich nur dazu ermutern. Und wenn du dort deinen Chef triffst - dann seit ihr schon zwei....

In diesem Sinne

Liebe Grüße

und gute 24 Stunden

Katharina


Gast ( gelöscht )
Beiträge:

23.03.2005 08:01
#12 RE: Schwierigkeiten an Therapieplatz zu kommen Antworten

Oh wei - jetzt bin ich schon am frühen Morgen stark nachdenklich geworden...

@Weggefährte
Du hast ja Recht und eigentlich weiß ich das auch, ich muss keine Angst haben, den ersten Schritt zu tun, man wird mich "dort" sicher herzlich aufnehmen. Dennoch ist dieser Schritt verdammt schwierig.
Aber endlich treffe ich hier schonmal auf Leute, die mich verstehen - das ist ja auch schonmal ein Anfang, wie ich jetzt feststelle.

@Bordeauxnixe
Ja Katharina, es ist bei mir ähnlich. ICH brauche offensichtich niemals Hilfe oder jemanden, der sich um mich kümmert, so komme ich rüber. Als würde ich nicht ernst genommen werden.
Wie ich lese, geht es Dir ähnlich.
Ich wäre so gerne auch schwach und hätte eine Schulter zum anlehnen - naja, hier habe ich wohl doch Gleichgesinnte gefunden

Wißt ihr was? Ich denke, ein Anfang ist hiermit gemacht. Ich habe es letzte Woche geschafft, 4 Tage ohne zu sein und wieder Sport gemacht, ich werde es jetzt auch schaffen!

Und ich werde mich jetzt öfter hier rumtreiben - wenn es paßt, denn leider habe ich keinen eigenen PC und schleich mich immer an den meines Sohnes, sobald der weg ist.

Danke schon mal allen, die so schnell und nett geantwortet haben

Enalein


aladinmio Offline




Beiträge: 138

23.03.2005 08:38
#13 RE: Schwierigkeiten an Therapieplatz zu kommen Antworten

Hallo enalein,

auch von mir ein herzliches willkommen !

du bist auf dem richtigen weg, und bist dabei dir hilfe zu suchen. denn allein schaffst du es nicht.
jetzt bist du ja hier *freu*

das mit der lzt ist so eine sache, für viele sehr gut, aber einige kommen zurück und werden von der alten/neuen welt richtig erschlagen. dort bist du doch sehr unter einer art käseglocke geschützt. zum andern sind die kassen nicht mehr sehr offen für eine lzt.

es gibt auch noch eine andere richtung die ich dir kurz vorstellen möchte:

1. geh zur entgiftung, allein schon der erfahrung wegen, und wie meine vorschreiber schon schrieben, kommst du hier am schnellsten an einen therapie platz

2. viele therapiemodelle mit 6 - 8 wochen haben recht kurzfristig einen platz frei, schau auch mal in diese richtung, vorraussetzung hier ist aber auch das du clean bist

3. geh pro tag mindestens zu einem gruppenmeeting, ja, du wirst staunen, aber das ist machbar und sehr hilfreich, zieh das mindestens bis 3 monate nach der therapie durch

hierdurch erreichst du, das du zum einen einen werkzuegkasten in therapie bekommst, mit dem dazugehörigen werkzeug und der anleitung damit umzugehen, gleichzeitig schottet dich die käseglocke nicht so sehr von deiner umwelt ab, so dass du mit deinem werkzeug schon mal arbeiten kannst, und gleichzeitig hast du in den gruppen die möglichkeit zu üben, üben, üben, dich mit künstlern auszutauschen, deren werke zubewundern und zu sehen, was auch du wunderschönes errichten kannst.

ich freu mich das du den weg hierher gefunden hast und vor allem ist es schön das es dich gibt. wir werden dich alle auf deinem weg begleiten

sonnige grüße
aladin


Bea60 Offline




Beiträge: 2.438

23.03.2005 09:07
#14 RE: Schwierigkeiten an Therapieplatz zu kommen Antworten

Hallo enalein,

jaja, die nach aussen so starken Frauen. Habe das schon oft hier gelesen und auch mir geht es so. "Duuuuuuu schaffst das doch.....". Ich finde mich in den Beiträgen von Dir und bordeauxnixe wieder. Wir zeigen keine Schwäche und irgendwann haben wir etwas gefunden, das uns tröstet, wenn schon sonst keiner da ist, der uns in den Arm nimmt

Auch ich kann Dir nur raten, so schnell wie möglich eine SHG aufzusuchen. Mein erster Weg dorthin bestand auch aus zwei Schritten vor und einem zurück - aber es hat sich gelohnt!! Meine "Karriere" war damit noch nicht gleich zu Ende, aber der Anfang war gemacht und mittlerweile habe ich sechs Monate geschafft.

Ich drücke Dir die Daumen. Halte durch - es lohnt sich.
Lieber Gruß und einen sonnigen trockenen Tag
Beate


Michael ( gelöscht )
Beiträge:

23.03.2005 09:13
#15 RE: Schwierigkeiten an Therapieplatz zu kommen Antworten

Hallo Enalein,
Sport ist prima, mach ich auch. Ich jogge fast jeden Tag, alleine oder beim Lauftreff. Aber nun zu Deinem Problem. Ich denke es ist bei dir nicht nur der Alkohol. Wenn du dich abends "abfüllst" um möglichst schnell einzuschlafen, verschenkst du die Hälfte deines Lebens. Es sollte eigentlich so sein, daß du vor lauter schönen Dingen, die du zu tun hast, gar nicht mehr zum schlafen kommst (ist natürlich etwas übertrieben). Suche und finde etwas, was dich neben dem Berufsleben fesseln und faszinieren kann. Denk über das "was" nach und dann TUE ES !! Warte nicht auf irgendeinen Termin und erwarte davon die Lösung deiner Probleme. Nur du alleine kannst deine Probleme lösen. Andere können dir nur einen Weg zeigen, gehen mußt du ihn selber.
Dein Alkoholproblem löst sich dann von ganz alleine. Du hast dann nämlich gar keine Zeit mehr zum trinken und dumpf vor sich hin zudösen.

Gruß Michael


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