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Saufnix
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Dieses Thema hat 108 Antworten
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 Akute Hilfe
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Klabauterin Offline



Beiträge: 166

30.01.2005 22:36
RE: \"Bierdurst\" oder was? Antworten

Hallo ihr, jetzt geht gerade die Gedankenspirale los. Ich habe doch der Suchtberaterin gesagt, ich trinke "einfach mal" ein halbes Jahr oder so gar keinen Alkohol und versuche herauszufinden, ob mir das schwerfällt und wie weit fortgeschritten das Problem ist. Sooo, und gerade nervt es mich tierisch, dass ich mir das vorgenommen habe. Ich will mir nix beweisen müssen, ich will einfach nur ein Bier trinken. Oder zwei. Ich habe einfach so supergroße Lust auf ein Bier. Nicht auf Weinsektschnaps, nicht auf betrunken sein, aber auf Bier. Klingt superdämlich, ich weiß, und höre schon die Erfahreneren unter euch mit den Zähnen knirschen. Ist das jetzt Suchtdruck? Ich meine, ich habe ja auch Gelüste auf Schokolade oder auf sauren Hering, und wenn ich mir jetzt vornehmen würde, darauf zu verzichten, und der Appetit käme, würde ich vielleicht auch damit hadern und trotzig sein und denken, wieso eigentlich.
Natürlich ist es was anderes, ich weiß schon. Vom Suchtpotenzial von saurem Hering hat schließlich noch keiner was gehört.
Aber trotzdem.

Bin ich gerade total naiv? Ist das jetzt mein Suchthirn, das da versucht, mich auszutricksen? Es sagt mir, was soll's denn, ein zwei Bier? Es sagt mir, du willst ja nicht betrunken sein, du willst ja bloß ein Bier, weil du Bier magst. Es sagt mir, du hast ja bloß was scharfes gegessen heute Abend, daher kommts, das ist alles.
Was soll ich jetzt damit anfangen? Hab ich das nur und ausschließlich deshalb, weil ich auf dem Weg in die Alkoholsucht war/bin, oder ist das auch die Schokolade-saure-Hering-Trotzreaktion? Ist das nun Suchtdruck oder Lust auf was alkoholisches oder beides zusammen?

Ich versuch mich und meine Reaktionen gerade selber einzuschätzen und find das voll schwer.

Immerhin hab ich gerade so lange nachgedacht, dass sich der Bierdurst jetzt verabschiedet hat.

Liebe Grüße an alle, die's gelesen haben. Vielleicht fällt ja wem von euch was dazu ein.
Die Klabauterin


Ingmarie Offline




Beiträge: 3.831

30.01.2005 23:07
#2 RE: \"Bierdurst\" oder was? Antworten

Guten Abend. Gut dass Du Dich damit meldest.
Ich darf Dich zitieren, ja?:
Ist das jetzt mein Suchthirn, das da versucht, mich auszutricksen? Es sagt mir, was soll's denn, ein zwei Bier? Es sagt mir, du willst ja nicht betrunken sein, du willst ja bloß ein Bier, weil du Bier magst. Es sagt mir, du hast ja bloß was scharfes gegessen heute Abend, daher kommts, das ist alles.
Was soll ich jetzt damit anfangen? Hab ich das nur und ausschließlich deshalb, weil ich auf dem Weg in die Alkoholsucht war/bin, oder ist das auch die Schokolade-saure-Hering-Trotzreaktion? Ist das nun Suchtdruck oder Lust auf was alkoholisches oder beides zusammen?


Wenn Dir bewusst ist, dass Du Alkoholikerin bist (und das kannst natürlich nur Du selber wirklich wissen), dann hast Du Dir die Antwort ja eigentlich schon selbst gegeben.

Der Vergleich mit dem sauren Hering hinkt ja doch etwas und ist schon deshalb m.E. Selbstbetrug, weil er kaum Deine Befindlichkeit und Dein Verhalten manipulieren und Deine Persönlichkeit verändern wird (das hoff ich doch zumindest :grins2
Ich vergleiche meine Krankheit Alkoholismus mit einer schweren Allergie. Ich bin z.B. auch gegen Bienengift schwer allergisch und lebe nun schon jahrzehntelang unbehelligt und stichfrei - sticht mich jedoch heute eine einizige, finde ich mich im Krankenhaus wieder, bestenfalls.
Da kann ich z.B. auch noch so gerne Erdnüsse essen, wenn ich dagegen allergisch bin und mein Leben mit nur einer einzigen riskiere, dann bin ich vermutlich in der Lage, der evtl. vorhandenen schnöden Gier meinen Überlebenswillen entgegenzusetzen und werde das mit etwas gesundem Menschenverstand auch tun. Ich kann als Penicillinallergiker jahrzehntelang ohne das Zeug gut und gesund leben - eine falsche Medikation kann mich in grösste Gefahr bringen. Komisch, DA sieht mans ein, nicht wahr? Nur beim Alkohol, da hab ich auch immer wieder mit dem Gedanken geflirtet, dass ich jetzt "ganz einfach" nur "ganz unschuldig" Lust drauf hätt. Ich bin ein Meister darin, mir selbst was vorzumachen. Die Lust hört dann nämlich nicht mehr auf. Gib der Sucht den kleinen Finger, und sie reisst Dir den Arm mit dem Herzen dran aus.

Die einzige Lebensversicherung lautet für mich hier schlicht und ergreifend : Lass das erste Glas stehen!

Meine Police läuft nun seit über 400 Tagen. Und ich hab sie unbefristet und ohne Kleingedrucktes abgeschlossen.

[ Editiert von Ingmarie am 30.01.05 23:09 ]


ben bremser Offline



Beiträge: 955

30.01.2005 23:31
#3 RE: \"Bierdurst\" oder was? Antworten

hallo klabauterin,
wenn ich dich bis hier richtig gelesen habe, dann bist du ja immer noch auf der suche, nämlich danach herauszufinden, ob du denn süchtig bist, vielleicht aber nur ein alkoholproblem hast, oder ob du hoffentlich und eventuell noch einmal mit einem freispuch davon kommst.

es gilt ja, soweit ich weiß, als allgemeiner ratschlag mal eine mehrwöchige pause mit dem trinken einzulegen, und sich dann dabei zu beobachten, wie man denn dabei zu rande kommt.
ich finde das sehr einleuchend. würde zwar auch nicht gerne auf meinen hering verzichten wollen, aber ich glaube, das könnte ich ohne probleme schaffen. letztes jahr habe ich mal neun monate kein fleisch gegessen, irgendwann fehlte mir etwas, aber an sich war es keine wirkliche entbehrung, von körperlichen verlangen gar nicht zu reden.

jedenfalls,ich bekomme eigentlich nur japs auf das ,was im haus ist, ansonsten blendet meine faulheit dieses verlangen sofort wieder aus....denn das wäre ja seeehr ungenüsslich, wegen einer sauren gurke noch mal alarm zu machen.

ganz anders beim alkohol, und nun kommt die sucht ins spiel , wird erkennbar, und deshalb ist dieser freiwillge test mit dem verzicht ja auch so doll.
also ich habe schon die abenteuerlichsten dinge veranstaltet, um zu den unmöglchsten zeiten,an den unmöglichsten orten, an ene flasche bier zu gelangen, immer mit der fadenscheinigen begründung , ich hättte japs darauf. aber aber......das war natürlich kein harmloser appetit mehr, sondern schnöde sucht.

ich weiß nicht, wieviel hundert getränke es wohl geben mag, aber wenn du nun von dir glaubst, du könntest auf dieses eine gerade nicht verzichten, und sei es nur für ein halbes jahr, dann wirst du wohl schon ein problem haben.

hoffe du wirst es für dich herausfinden, denn dann kannst du auch einen hebel ansetzten, der natürlich auch noch gefunden werden will.


felidaela Offline




Beiträge: 796

31.01.2005 00:07
#4 RE: \"Bierdurst\" oder was? Antworten

Liebe Klabauterin,



kein Nichtalkoholiker macht so ein Gewese um zwei Bier. Der trinkt sie einfach und gut is'.


Wo ist dein Problem?


Nichts für ungut


ben bremser Offline



Beiträge: 955

31.01.2005 00:14
#5 RE: \"Bierdurst\" oder was? Antworten

Zitat
Gepostet von felidaela

kein Nichtalkoholiker macht so ein Gewese um zwei Bier. Der trinkt sie einfach und gut is'.


...ich tippe mir hier immer einen wolf, und dann sehe ich, dass man alles auch in zwei einfachen sätzen schreiben kann...


katha82 ( gelöscht )
Beiträge:

31.01.2005 00:28
#6 RE: \"Bierdurst\" oder was? Antworten

hi klabauterin,

aich ich sehe es so, dass man schon ein erhebliches problem mit alkohol haben muss, wenn man erst um rat fragen muss, ob man ein bier trinken sollte oder nicht. und so lecker kannst du bier doch eigentlich auch nicht finden, dass du unmöglich darauf verzichten kannst. ich trinke zum Beispiel seid einiger zeit für mein leben gern und in mengen latte macchiato. aber könnte ich den aus irgendwelchen gründen nun nicht mehr trinken, wäre das nun wirklich kein beinbruch. also, mach dir besser nichts vor und rede dir ein, dass es bei deiner lust auf bier nicht um den alkohol, sondern nur um das getränk ginge und versuche nicht, es dir so lange einzureden bis du es irgendwann glaubst. denn ich glaube kaum, dass es dir nach ein oder zwei bier besser gehen wird. zumindest nicht längerfristig. oder denkst du das?

Lg,

katha


Klabauterin Offline



Beiträge: 166

31.01.2005 01:12
#7 RE: \"Bierdurst\" oder was? Antworten

Hallo ihr, das waren ja superschnelle Antworten. Vielen Dank.

kein Nichtalkoholiker macht so ein Gewese um zwei Bier. Der trinkt sie einfach und gut is'.

Ja, eben, stimmt genau. Bei mir wurde es aber krass zu viel. Ob das jetzt - noch - phasenweises Konflikttrinken war (Todesfall, Wohnungssuche und Arbeitslosigkeit auf einmal), oder ob das schon Sucht ist, weiß ich nicht. Deshalb habe ich ja auch die Notbremse gezogen, Suchtberatung, keinen Alkohol trinken und mich mal ganz genau beobachten. Und drum frag ich mich, ob mein heutiger Appetit auf Bier nun tatsächlich ein Alarmzeichen ist oder nur ein Appetit wie auf andere Sachen, auf die ich aber auch verzichten kann. Ich kann den Impuls nicht einordnen. Klar, dass das auch keiner für mich machen kann. Trotzdem wollte ich's loswerden, ich kann beim Schreiben immer ganz gut nachdenken.

@ ben
Freispruch ist gut. Weia. Noch ein Denkanstoß.

@ Katha
Nee, dass es mir mit Alk nicht besser geht, habe ich inzwischen allzu deutlich gemerkt. Vor allem in letzter Zeit, als es eskaliert ist.

@ Ingmarie
Ich glaube eigentlich nicht, dass ich bereits Alkoholikerin bin, weil ich weder Suchtdruck noch Entzugserscheinungen kenne, wenn ich nix trinke. Aber ein harmloses und unschädliches Verhältnis zum Alkohol hab ich auch nicht. Ob ich das nochmal herstellen kann, weiß ich nicht. Deshalb auch die Pause und meine hoffentlich nicht allzu nervige Reflektiererei auf diesem Board hier.

Viele Grüße an alle
die Klabauterin


BellaT Offline




Beiträge: 96

31.01.2005 08:09
#8 RE: \"Bierdurst\" oder was? Antworten

Hallo Klabauterin,

gerade vor einer Woche hast Du in Deinem "Rückfall"-Thread genau das Phänomen beschrieben, was ich persönlich Saufdruck nennen würde. Jetzt postest Du an Ingmarie, daß Du keinen verspürst. Was meinst Du denn, wie sich Sucht- oder Saufdruck bemerkbar macht??

Bitte, wach auf und zieh' die Notbremse, bevor der zug unkontrolliert bergab rast.

Liebe Grüße
BellaT


Depri Offline



Beiträge: 1.848

31.01.2005 08:39
#9 RE: \"Bierdurst\" oder was? Antworten

Zitat
Ich glaube eigentlich nicht, dass ich bereits Alkoholikerin bin, weil ich weder Suchtdruck noch Entzugserscheinungen kenne, wenn ich nix trinke. Aber ein harmloses und unschädliches Verhältnis zum Alkohol hab ich auch nicht. Ob ich das nochmal herstellen kann, weiß ich nicht. Deshalb auch die Pause und meine hoffentlich nicht allzu nervige Reflektiererei auf diesem Board hier.




Vergleiche das bitte mit dem, was du letzte Tage hier geschrieben hast. Und sei ehrlich zu dir selbst.


Randolf Offline




Beiträge: 1.107

31.01.2005 09:49
#10 RE: \"Bierdurst\" oder was? Antworten

Morgen,

man sollte sich nicht vom Wort 'Sauf-Druck' irreführen lassen und im Vorfeld zu wissen meinen, wie (massiv)er denn nun daherkommt.
Möglich, dass es eine Riesenwelle ist, gegen die es sich zu stemmen gilt, ich denke aber daß es oft anderes bestellt sein könnte:
Die Entscheidung scheint kaum was zu wiegen.....der Schalter fällt mit dem kleinsten Lufthauch in die andere Position, so als ob es nichts wäre...!
Dies ist tiefste Idendifikation, auch wenn sie keine Reibung verursacht; eine Lawine beginnt mit einem Steinchen zu rollen, auf das eine Mücke ge..... hat. Oder so.
Ne Art Leichtsinn, der durch eine entstellte Perspektive zustandekommt - brandgefährlich; gerade bei solchen Gedanken sollten die Alarmglocken schrillen.

LG,Randolf


Andy1 Offline




Beiträge: 1.387

31.01.2005 10:02
#11 RE: \"Bierdurst\" oder was? Antworten

Hallo Klabauterin,

Also ich kann mich da den anderen nur anschließen. Du hast dich immer noch nicht entschieden und wirst deshalb ohne Ende von „Gollum“ gepiesackt werden.

Also ich mache folgendes: Bevor ich rückfällig werden sollte oder ganz ausflippe wegen der Lust auf ein „Zischen“, dann trinke ich ein Alkoholfreies Bier. Ist Geschmacksache ich weiß und es ist, weil es halt ein Bier ist, nach wie vor für viele gefährlich.
Aber ich will mal eines erzählen. Ich habe in einer Trinkpause über 3 Monate nur Erdinger oder Löwenbräu alkoholfrei oder Gerstel getrunken, oft gemischt mit ein bisschen Cola. Meistens bleibt es sowieso bei 1-3 Bieren, weil man einfach keinen Durst mehr hat.
Nun, was ich sagen wollte. An meinem Geburtstag beendete ich die Trinkpause und was soll ich sagen. Das erste alkoholische Bier schmeckte zum Kotzen, das zweite na ja, und dann begann ja auch schon die Wirkung und hab gar nix mehr geschmeckt und kann mich auch an nicht mehr viel erinnern. ( Soviel zum Geschmack) Toller Geburtstag. Mit „Bleifrei“ wäre das nicht passiert.

Kannst du dich noch als Kind erinnern. Bier konnte man doch unmöglich trinken. Aber der Papa stellte nach langem Gequengel dennoch einen Schluck zur Verfügung und Mutter füllte dann ein bisschen süßen Sprudel rein. Und dann gab es da noch Eierlikör schlecken, Rumtopf, süße Bowle und und und.
So ist das auch heute noch. Mit süßen Pops werden die Jungen von der Alkoholindustrie (Für mich nichts anderes wie Heroindealer, nur halt legal) geködert und landen schließlich in der gleichen Falle wie wir. Nur, wir sind ihr entkommen. Warum willst du wieder hinein dappen, wenn du doch genau weißt wie sch…. es dir darin ergangen ist?????????????

Bitte, wach auf und zieh' die Notbremse, bevor DU unkontrolliert bergab rast!!!

Vergleiche das bitte mit dem, was du letzte Tage hier geschrieben hast. Und sei ehrlich zu dir selbst.

Ich hoffe du hast es gestern sein gelassen!!!

Liebe Grüße

Neuling Andy

@Ingmarie: Dein Bericht musste ich 3mal lesen. Super deine Vergleiche.
Zitat: Nur beim Alkohol, da hab ich auch immer wieder mit dem Gedanken geflirtet, dass ich jetzt "ganz einfach" nur "ganz unschuldig" Lust drauf hätt. Ich bin ein Meister darin, mir selbst was vorzumachen. Die Lust hört dann nämlich nicht mehr auf. Gib der Sucht den kleinen Finger, und sie reisst Dir den Arm mit dem Herzen dran aus.
Kann ich nur beistimmen. Genauso erlebt. Immer wieder.

@ben Bremser: ...also ich habe schon die abenteuerlichsten dinge veranstaltet, um zu den unmöglchsten zeiten,an den unmöglichsten orten, an ene flasche bier zu gelangen...

Sollte man mal ein Buch darüber schreiben. Oder vielleicht einen neuen Thread aufmachen. Wäre bestimmt spannend zu lesen was wir schon alles veranstaltet haben um an unsere Droge zu kommen.


Joosi Offline




Beiträge: 2.036

31.01.2005 11:58
#12 RE: \"Bierdurst\" oder was? Antworten

Hi Klabauterfrau!

Die Alkoholsucht ist eine Krankheit, die dir sagt, dass du sich nicht hast!

Ich fand´ diesen Spruch sehr aufschlussreich und er hat mich dabei unterstützt, nicht mehr darauf hereinzufallen, wenn mein Schweinehund mir erzählen wollte, dass ich eigentlich doch keine Alkoholikerin bin. Ich bin doch ganz anders, man sieht es mir nicht an und überhaupt...habe ich doch kein wirkliches Problem mit Alkohol...wenn ich mich nur richtige anstrenge, dann kann ich auch nichts trinken - konnte ich sogar 1 Jahr lang am Stück - so jemand ist doch auf keinen Fall ein Alkoholiker, deshalb gibt es ja auch keinen Grund dauerhaft nicht zu trinken, so trinke ich jetzt erst mal was zum Beweis, dass ich keine Alkoholikerin bin - Prost!

ausgestoßen sein...

hmm, von was eigentlich...

- von besoffenen Polymonologen
- angetüdeltem Geflirte, an das man sich morgens nicht mehr erinnert
- Gefühlswallungen, die einem am nächsten morgen total albern und idiotisch vorkommen
- von Bettgeschichten , bei denen man am nächsten Morgen fast einen Herzinfarkt kriegt, wenn man das "Objekt" näher betrachet
- von Stunden und Nächten, an die man sich gar nicht mehr erinnert
- von morgendlichen Umarmungenszeremonien mit der Kloschüssel
- von der erfolgreichten Züchtung eines Bierbauches
- vom Nachmittags dösigem rumsitzen und nichts mehr auf die Reihe kriegen, weil man gerade so "entspannt" ist
- von der Behinderung nicht selbst Auto fahren zu können, weil man sonst seinen Lappen riskiert oder wahlweise
- von der Dummheit trotzdem Auto zu fahren und seinen Lappen zu verlieren

diese Liste kann man sicher noch ergänzen

Also ich bin gerne "ausgestoßen"!!

Liebe Grüße
Gaby

[ Editiert von Joosi am 31.01.05 11:59 ]


Klabauterin Offline



Beiträge: 166

31.01.2005 12:12
#13 RE: \"Bierdurst\" oder was? Antworten

Jaaa, genau, danke euch allen. Das hab ich gebraucht!
Weil: ich kenn mich. Randolf hat es gut gesagt: Leichtsinn und entstellte Perspektive. Das wär jetzt noch ein paar Tage so weitergegangen mit der flüsternden verharmlosenden Stimme, bis ich mich dann selber felsenfest davon überheugt gehabt hätte, dass einzwei Bier ja nicht schaden können.

Ich weiß schon, letzte Woche. Das war irgendwie anders. Das hab ich als "echten Rückfall" empfunden (hä? als ob es falsche RÜckfälle gäbe...), denn ich wollte gar nix trinken, und dann kam eine Situation, wo mir alles egal war (hab ein bisschen Pech zur Zeit) und ich den Alkohol wirklich als "Problemlöser" (haha) benutzt habe, um abzuschalten, und das fand ich so schlimm, weil ich mir so fest vorgenommen hatte, das nicht mehr zu machen. Aber gestern, das war irgendwie anders. Das war kein Wunsch nach einem anderen geistigen Zustand. Ob es nun wirklich bloß Appetit war, weiß ich nicht, es kam halt so dermaßen harmlos daher.

Thema Saufdruck (@BettaT): Ich weiß nicht genau, wie ich mir Saufdruck vorstelle. Ich kenne es von Zigaretten, weil ich leider auch rauche, und einmal knapp ein Jahr aufgehört hatte. Und DA hab ich in den ersten Wochen Suchtdruck erlebt: das absolute Verlangen, überfallsartig und penetrant, das Gefühl, das ganze Denken ist eingeengt auf diese eine Gier, sehr quälend und scheinbar durch nichts abzustellen als eben durch den Zug an einer Zigarette.
Was meint ihr? Hab ich eine falsche Vorstellung davon, dass Saufdruck ähnlich sein müsste? Ähnlich intensiv?

Noch kurz was zu meiner Ehrenrettung, bevor ihr denkt, die ist ja völlig bekloppt. Ich hab gestern nicht gepostet in der Hoffnung, mir einen Freifahrtschein für's Biertrinken zu ergaunern. Ganz im Gegenteil. Ich beobachte mich einfach sehr genau und empfinde mich im Moment als sehr ambivalent: einmal wer-braucht-schon-Alk, einmal ach-so-ein-Bier-ist-schon-nett und dann wieder besser-nie-wieder-du-hast's-nicht-im-Griff.

Heute wieder Termin bei der Suchtberatung. Da werd ich das auch berichten.

Liebe Grüße euch allen
die Klabauterin

PS @ Joosi: Der Spruch ist superwahr, das stimmt. Ich find den auch total gut. Allerdings bringt mein dämliches Gehirn es sogar fertig, das ganze herumzudrehen und mir zu sagen, na, solange ich also noch darüber nachdenke, ob ich diese Krankheit haben könnte oder nicht, heißt das doch im Umkehrschluß, dass ich sie nicht habe.


Joosi Offline




Beiträge: 2.036

31.01.2005 12:24
#14 RE: \"Bierdurst\" oder was? Antworten

Hi Klabauterin,

Zitat
solange ich also noch darüber nachdenke, ob ich diese Krankheit haben könnte oder nicht, heißt das doch im Umkehrschluß, dass ich sie nicht habe.




Ja, aber nicht die Krankheit hast du nicht, sondern die Erkenntnis hast du noch nicht - und das ist ein klitzekleiner, aber sehr entscheidender Unterschied.

Gruß
Gaby


Lisl Offline




Beiträge: 1.980

31.01.2005 13:16
#15 RE: \"Bierdurst\" oder was? Antworten

hi Klaubauterin

Ich glaube eigentlich nicht, dass ich bereits Alkoholikerin bin, weil ich weder Suchtdruck noch Entzugserscheinungen kenne, wenn ich nix trinke.


Entzugserscheinungen hatte ich noch nie

Suchtdruck ähm Saufdruck habe ich im Moment auch nicht


und trotzdem erinnert mich der Gollum jedesmal daran - wenn ich unbedingt 2 Bier trinken möchte-, dass ich die Lisl und Alkoholikerin bin


gute 24 Stunden

[ Editiert von Lisl am 31.01.05 13:17 ]


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