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Saufnix
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Dieses Thema hat 216 Antworten
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 Deine eigene Alkoholkarriere
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MichaelKleeberg2 Offline



Beiträge: 301

25.12.2021 20:34
#211 RE: Mein Weg aus dem Suff Antworten

Ich fand es am Ende sehr anstrengend, den Konsum zu kontrollieren. Biere zählen, Trinkregeln...und dann doch gelegentliche Abstürze. Das schlechte Gewissen danach.
Der komplette Verzicht fällt mir leichter. Das erste Jahr Abstinenz war schwer, nun ist es Normalität und kostet mich auch keine Anstrengung mehr.
Für mich käme kontrolliertes Trinken nicht in Frage und ich bedauere das auch nicht.


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malo Offline




Beiträge: 1.784

25.12.2021 22:06
#212 RE: Mein Weg aus dem Suff Antworten

Anfangs gab es für mich keine andere Option, als einen totalen Cut zu machen und nichts mehr
zu konsumieren. Rumgeeiert und mir vorgemacht ich könnte es kontrollieren, damit hatte ich
etliche Jahre verbracht und bin jedes mal wieder nackig vor mir gestanden.

Heute, nach vielen Jahren der Abstinenz, sehe ich keinen Sinn darin auch nur einen Tropfen
zu mir zu nehmen, auch wenn ich es wieder sein lassen könnte. Wozu auch?

Ein Leben ohne ist um so vieles reicher an Echtheit und Autenthizität,
dagegen kommt kein Tröpfchen Alkohol an...

LG Malo

wer jeden tag kämpft
muss eines tages verlieren


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Katro Offline



Beiträge: 128

06.01.2022 09:36
#213 RE: Mein Weg aus dem Suff Antworten

Zitat von malo im Beitrag #212
Ein Leben ohne ist um so vieles reicher an Echtheit und Autenthizität,
dagegen kommt kein Tröpfchen Alkohol an...


Das ist wahrscheinlich das Geheimnis des erfolgreichen Suchtausstiegs.
Vor kurzem hörte ich in einem Video von einem Psychiater: "Wer mit dem Rauchen aufhört, braucht etwas anderes, für das er ist."
Und das lässt sich m.E. auf jeden Suchtausstieg übertragen. Es bringt wenig zu wissen, was man nicht mehr will, wenn man kein erstrebenswertes Ziel hat, also keine Idee davon hat, was man haben will.

Bei mir war es die Freiheit. Den Verlust an Freiheit verbinde ich letztendlich jedoch nicht mit dem Suchtmittel, sondern mit der Sucht als solcher. Der Alkohol, Tabak usw. ist m.E. nur Mittel zum selbstzerstörerischen Ziel.

Viele Grüße und ein gutes neues Jahr!

Katro


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malo Offline




Beiträge: 1.784

06.01.2022 21:07
#214 RE: Mein Weg aus dem Suff Antworten

Ich hatte nichts, außer den Wunsch und auch das Ziel, nicht mehr trinken zu müssen.

Als so langsam der Geist klarer wurde und sich wieder Leben in mir regte, entwickelten
sich auch wieder kleine Etappenziele. Aus diesen entstand mit der Zeit und viel Geduld
ein abstinentes Leben, welches für die weitere persönliche Reifung unerlässlich war.

Und das schöne dabei, es ist noch lange nicht fertig...es geht immer weiter, bis die Klappe
irgendwann fällt.


LG Malo

wer jeden tag kämpft
muss eines tages verlieren


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Randolf Offline




Beiträge: 1.113

07.01.2022 15:36
#215 RE: Mein Weg aus dem Suff Antworten

@Katro,

gibt es bei deiner Freiheit ein "wozu? Oder ist diese ein Selbstzweck?

@Malo,

war bei mir genauso; erst der finale Cut, denn es war in keinster Weise erträglich, so weiter zu machen.

Dann, nach ca. einem halben Jahr der Euphorie, aber auch Orientierungslosigkeit, wusste ich wohin ich will.

Lg

"Im Austausch, im Pulsieren, in Süße, in Stille und Rast; in Übereinstimmung und Nicht-Übereinstimmung Du bist Da."


Katro Offline



Beiträge: 128

07.01.2022 20:52
#216 RE: Mein Weg aus dem Suff Antworten

Zitat von Randolf im Beitrag #215

@Katro,
gibt es bei deiner Freiheit ein "wozu? Oder ist diese ein Selbstzweck?


Ich kann unter Zwang nicht leben.

Katro


MichaelKleeberg2 Offline



Beiträge: 301

11.01.2022 11:28
#217 RE: Mein Weg aus dem Suff Antworten

Auch für mich hat die Abstinenz mehr Freiheit geschaffen und Zwänge reduziert.
Allein schon den Tag zu planen, die Stunden bis zum Feierabend und dem nächsten Schluck zu zählen, alles anstrengend. Ich musste ja ständig etwas dabei haben, um mich gut zu fühlen oder in kurzen Abständen eine "Tankstelle" anlaufen. Dieses Verstecken, TicTac lutschen, Leergut entsorgen nimmt irgendwann viel Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch. Und mit welchem Ziel? Um sich einigermaßen zu fühlen und über die Runden zu kommen. Schlechtes Geschäft.

Das klappt nun nüchtern auch ganz gut und ich bin einigermaßen in Mittellage ohne nachhelfen zu müssen. Manchmal erinnere ich mich an den Schub und die Euphorie, die das erste Glas ausgelöst hat. Auch die unmittelbar entspannende Wirkung war praktisch. Ich glaube, das ist das tückische an allen Drogen. Entspannung, Euphorie und gute Laune auf Knopfdruck. Im natürlichen suchtfreien Dasein dauert das alles etwas länger, funktioniert aber besser und hält länger vor. Ich habe gern und aus freien Stücken konsumiert. Keiner hat mir das Zeug in den Hals geschüttet. Das zu akzeptieren hat mir auch geholfen, nüchtern zu werden. Die Schuld nicht bei anderen suchen und die Dinge sehen wie sie sind, bzw. waren. Akzeptanz.

Einfache Glaubenssätze haben mich gerettet: Das erste Glas stehen lasse. Jeden Tag.
Andere Ansätze fand ich am Anfang eher verwirrend: Kapitulation, nasses Denken... Da hat sich so eine akademische Kulisse aufgebaut, die mich zeitweise mutlos machte. Das schaffe ich sowieso nicht.

Ich wünsche allen ein schönes Jahr in Ruhe, Gesundheit und Gelassenheit.
Und macht Werbung für dieses Forum. Ich finde es schade, das es so ruhig ist.


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