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Saufnix
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Dieses Thema hat 237 Antworten
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 Akute Hilfe
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Beachen Offline




Beiträge: 3.654

06.04.2005 14:56
#181 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

Zitat
Nimm den selbstgemachten Druck aus deinem Leben und steh über den Dingen



Hallole !

Meiner Meinung nach geht es hier um die Mechanismen, die sich ja jeder von uns angeeignet hat, um das Trinken vor sich selbst "rechtzufertigen".
Bei dem einen ist es der "Stress" - bei dem anderen irgendein Konflikt, oder beides.

Heute denke ich darüber, das ist alles hausgemacht.
Will heißen, das süchtige Hirn findet immer einen Grund um zu trinken, wäre es der Stress heute nicht, ist es vielleicht irgendeine problematische Situation morgen.
Das passiert doch im Kopf und geht ratzfatz.
Und hab ich so gar keinen "Grund" um zu trinken, ( außer vielleicht der Langeweile ) dann kann ich spätestens nach 4 Bier wieder arg über mich und meine Situation jammern und mir selbst leid tun .
So wars jedenfalls bei mir.

Also für mich war es damals wie eine Erleuchtung, das diese Mechanismen so bei mir funktionieren.
Das war auch bitter für mich, weil es die Trinkerei nicht mehr unausweichlich darstellen ließ, sondern als das was es ist - abhängiges Trinken.
Ich konnte mir nicht mehr einreden, ich hätte "gute Gründe" um zu trinken. Also das das Trinken auf irgendeine verschrobene Weise gerechtfertigt ist.

Es tat weh zu sehen, wie viele Jahre ich mir etwas vorgemacht habe.
Ich denke, auch das läßt viele Menschen noch eine zeitlang weitertrinken, weil man es sich nicht vorstellen kann, keinen "guten Grund" zum Saufen gehabt zu haben.

Meint die
Bea


Saftnase Offline




Beiträge: 1.206

06.04.2005 15:05
#182 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

Hallo Uli,

ich sehe eine große Gefahr, wenn jemand am Beginn der Trockenheit von Alkohol umgeben ist. Bei Zwerg kam der Einbruch nach 18 Tagen und ich vermute mal sehr stark, dass der Einbruch vermieden worden wäre, wenn der Alkohol nicht!!! in Griffnähe gestanden hätte - gerade auch wegen der besonderen Umstände.
Den Alkohol in der persönlichen Umgebung meiden ist auch keine Flucht, sondern Distanz zu einem Feind, der mehr Strategien zum Zugriff bietet, als wie der trockene "Frischling" an Gegenstrategien aufweisen kann. Natürlich ist die einzige Lösung, das 1. Glas stehen zu lassen. Aber wenn es so einfach wäre, gäbe es keine Rückfälle.

Derartigen Leichtsinn bezeichne ich als dumme Mutprobe, die bei der überwiegenden Mehrheit voll in die Hose geht.
Dieses beschissene Gefühl, hätte sich Zwerg ersparen
können.

Und wenn jemand Auto`s klaut oder Banken überfällt sehe ich dahinter keine Sucht, sondern kriminelle Energie.


LG Laila


zeroh1 Offline




Beiträge: 216

06.04.2005 16:03
#183 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

hallo an alle,

ihr habt ja alle recht, allerdings ist es doch so, dass ich mich vor dem alk nicht verstecken kann - auch nicht in der anfangszeit der trockenen phase (wenn diese nicht klinisch erfolgt)- natürlich sollte auch kein alk im haus sein weil der zugriff doch sehr erleichtert würde - das zeug "lebt" ja förmlich mitten unter uns...
morgens um sieben im radio die "erdinger"werbung
beim tanken gehts im shop weiter - mehr alk im regal wie sonstwas - im hotel die minibar - die speisekarten - beim einkaufen im supermarkt - im cafe - und die letzten spots dann abends im fernsehen alle 20 min.
wenn besuch kommt darf er seinen alk sofern er ihn möchte mitbringen - warum soll ich daraus eine tugend machen, nur weil mein konsum in sucht ausgeartet ist - ich brauch doch hier mein selbstmitleid nicht und sage, dass ich jetzt nur noch mit leuten zusammen sein möchte die auch null trinken.

wie schon einige geschrieben haben sind es doch die "verhaltensmuster" die sich jeder angeeignet hat die zur sucht geführt haben.

mein problem ist, dass ich auch nach längerer zeit der abstinenz wieder rückfällig wurde - und das seit ca. 12 jahren - würde gerne mal wissen wem es ähnlich ging - trotz aller guten vorsätze immer wieder doch rückfällig zu werden - ohne jetzt alternative drogen zu nehmen.
da dachte ich schon oft ich habs geschafft endlich nie mehr zu trinken, aber irgendwie gabs dann doch kurzschlüsse wo alle guten regeln über den haufen geschmissen wurden.

hat eine/r ähnliches erlebt?

gruss
wolfi


Gast ( gelöscht )
Beiträge:

06.04.2005 17:15
#184 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

Gut,

mit einem habe ich unrecht und ihr habt tatsächlich recht: "Nichts ist Unsinn, was einen Trinker vom Trinken abhält." Da muss ich mich uneingeschränkt revidieren und zustimmen.

Aber ich glaube, der Rest ist doch ein bischen Augenwischerei. 1. Ja, ich küsse meine Frau auch dann, wenn sie ein Glas Wein getrunken hat, was für eine Frage ! Wein schmeckt doch nicht plötzlich schlecht, nur weil ich keinen mehr trinken darf. (Das ist individuell. Bei - sagen wir Bourbon wäre das anders, den fand ich schon immer eklig.)
2. Die Sache mit dem Kühlschrank zu Hause. Mag dann richtig sein, wenn ich allein wohne. Bei einer Family drumrum finde ich es a) nicht so gefährlich und b) einfach realitätsfremd, den alkoholfrei zu halten. Viel größer ist die Gefahr an der "Tanke". Ja ich glaube sogar, dort ist sie am größten. Wenn du zahlst, sind die Flachmänner keine 20 cm von dir weg. Du brauchst noch nicht mal eine Tür aufmachen. Du kannst sie quasi direkt inhalieren. Keiner kennt dich da, du bist anonym und allein. Ich muss alle drei Tage tanken. Und das mache ich auch heute noch an der Tanke, an der ich mir damals j e d e n Abend für die Stunde Nachhauseweg die ersten 2 halben Bier geholt habe (samt einem kleinen Umdrehungsverstärker). Wenn dich schon der Wein im Küchenkühlschrank verführt, packst du das an der Tanke n i e !

Deshalb nochmal meine Meinung: Die Flasche zu Hause im Kühlschrank ist die beste Übung fürs "real live" (ausser du lebst allein, dann muss er leer sein).

Die Strategie ist wichtig.

In diesem Sinne ...

Uli


minitiger2 ( gelöscht )
Beiträge:

06.04.2005 17:23
#185 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

Uli,

ich glaub da gehts nicht so um die Verführung. Verführung hab ich auch überall, einmal hier über den Gang im Büro z.b.

Das interessiert mich gar nicht. Natürlich kann ich die Welt nicht grundsätzlich ändern. Aber wenns schon bei mir zu Hause nicht um mich geht wo dann? Was ist daran realitätsfremd?

Na ja und meiner Partnerin schmeckt der Alkohol auch gar nicht deswegen erübrigt sich diese Diskussion bei uns.

der minitiger


zeroh1 Offline




Beiträge: 216

06.04.2005 17:25
#186 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

hallo gast,
zitat: Die Flasche zu Hause im Kühlschrank ist die beste Übung fürs "real live"

das sehe ich aber ganz anders - wenn du alki bist hat die da nichts zu suchen - oder was beweist du dir damit? das hat nichts mit real live zu tun - dann könntest du dir auch ein glas einschänken ,vor dir auf den tisch stellen und nein nein nein sagen - und wenn du ins bett gehst schüttest du es weg - was für ein harter kerl ich doch bin könntest du dann sagen - ich finde auf diese art und weise solltest du es nicht herausfordern - die gefahren lauern den ganzen tag auf dich - es sind die verhaltensmuster.
gruss
wolfi


duennerwolf Offline




Beiträge: 444

06.04.2005 17:27
#187 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

Hi Uli,

diese Einzelkämpfermenthalität hatte ich auch mal.

Heute denke ich : Kampf ist Krampf




Hinterher war dann das Bier schuld, wenn ich zugegriffen habe?


Ulrich ( gelöscht )
Beiträge:

06.04.2005 18:07
#188 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

Ich kämpfe nicht. Das habe ich schon mal gesagt. Ich bin auch kein harter Typ. Ich weis nur eins: ich trinke keinen Alkohol mehr.

Ich verzichte auch nicht, sondern s c h e n k e mir jeden Tag aufs neue etwas: Gesundheit, frischen Atem, Selbstvertrauen, ruhigen Schlaf, souveräne Meetings, ja Geld sogar - weil ich es nicht ausgebe. Das ist kein Kampf, das ist schön.

Die Weinflasche in unserem Kühlschrank stört mich nicht. Sie interessiert mich überhaupt nicht. Ich registriere sie, aber das wars auch schon. Sie ist nicht für mich.

Ich habe überhaupt keine Lust, das alles so verbissen zu sehen. Was soll denn das?

Leben und leben lassen. Cheese, keep smiling. Wo ist sie denn, die vielgepriesen Gelassenheit?

Gruß

Uli


miezegelb Offline




Beiträge: 2.677

06.04.2005 18:13
#189 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

Zitat
Ich weis nur eins: ich trinke keinen Alkohol mehr.




...genau das ist der Punkt, Uli,

deshalb stört dich auch die Flasche im Kühlschrank nicht.

liebe Grüße
Ramona


minitiger2 ( gelöscht )
Beiträge:

06.04.2005 18:14
#190 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

Uli,

Zitat
Die Weinflasche in unserem Kühlschrank stört mich nicht. Sie interessiert mich überhaupt nicht.



Hattest du nicht gesagt, das sei ne wichtige Übung? Also wem wars denn dann wichtig

[ Editiert von Moderator minitiger2 am 06.04.05 18:15 ]


Saftnase Offline




Beiträge: 1.206

06.04.2005 18:20
#191 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

Hallo Zusammen,

ich bin sehr dankbar, dass mein Mann so gut wie keinen Alkohol trinkt. Letztens habe ich zurück überlegt und festgestellt, dass er im Mai 2004 das letzte Glas Bier getrunken hat. In meiner nassen Zeit habe ich ihn oft angemeckert, wenn er partout nix trinken wollte bzw. nach ein oder zwei Gläsern aufhörte. Er lies sich einfach nicht von seinem Weg abbringen und sagte dann: "Wenn ich was trinke, dann aus Genuss und nicht um zu saufen. Darin unterscheiden wir uns halt". Bingo! Ich hatte mein Fett weg. Aber von der Einsicht war ich weit entfernt.
Unsere Tochter hat auch kein Bedürfnis nach Alkohol und ich finde es einfach toll, dass sie sogar alkoholgetränkte Speisen ablehnt.
Den Geschmack findet sie widerlich und letztens sagte sie, dass sie gar nicht verstehen kann, wie man Süßigkeiten oder sonstiges Essen mit Alkohol so versaubeuteln kann.

Seit November haben wir ne Flasche wertvollen Schnaps im Haus. Gewinn bei ner Tombola. Bei passender Gelegenheit möchte mein Mann mal ein Gläschen trinken, wie er damals angekündigt hat.
Ich glaube, bevor diese Gelegenheit kommt, ist die Brühe so wertvoll, dass sich bestimmt ein Spinner findet, der einen guten Preis dafür bezahlt.
Jedenfalls stört mich die Flasche überhaupt nicht. Aber vor 2 Jahren hätte ich sie entsorgt oder gar nicht erst Einzug halten lassen.

LG Laila


Ulrich ( gelöscht )
Beiträge:

06.04.2005 18:20
#192 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

Boah.

Alter Schlauberger.

*Grins*.

:-)

Uli


Ulrich ( gelöscht )
Beiträge:

06.04.2005 18:22
#193 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

Das geht ja schneller, als im Chat hier. Die Antwort grad war natürlich für den Minitiger.

:-)

Uli


minitiger2 ( gelöscht )
Beiträge:

06.04.2005 18:23
#194 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten




DerZwerg Offline




Beiträge: 899

06.04.2005 18:55
#195 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

Erstmal lieben Gruss an alle

Also das war mal wieder ne nette Diskussion unter euch aber jetzt mal ganz im Ernst :

Also dem Zitat von Biene2 schliesse ich mich ohne etwaige Ausnahme an :

Zitat :

Die Hauptsache ist,daß ich es erlebt und vor allen Dingen überlebt habe....
Dann wird es im Nachhinein als Erfahrung verbucht und wech damit....


Genauso ging es mir ja am 23. (also tags darauf) es mag vielleicht eine gefährliche Situation darstellen aber eben hier schliesse ich mal ausnahmslos an Ulrich an :

Ich kann nicht die ganze Welt bitten nirgendwo Alkohol stehen zu haben wenn zufällig mal der Zwerg vorbeigeht !
Damit MUSS ich leben lernen/können , ok…ich wähle vielleicht einen gefährlichen Weg aber ist das nicht der beste „Test“ den ich zu bestehen habe ???


@Minitiger
du zitierst :

bei mir im Haushalt gibt es seit Jahren keinen Alkohol, und wozu auch? Meine Partnerin hat auch kein Problem mit ihrem Alkoholkonsum, also warum sollte sie mich gefährden wenn sie selbst das nicht braucht?

Im privaten Haushalt wo man/ich mein Leben verbringe ist das etwas gaaanz anderes als draussen in der weiten Welt ! Ich gebe dir recht , aber eben nur im privaten Bereich !

Ehrlich mal : Soll ich wirklich nie mehr tanken gehen weil an der Tankstelle (zumindest hier ) nachweislich der meiste Alkohol gekauft wird ? Soll ich meine Frau zum Tanken schicken ? Soll ich mir die Jacke über den Kopf ziehen , durch die Strassen laufen und untendrunter rufen : Ich koooomme , ich bin trocken aber wegen der Gefahr eines Rückfalls bitte alle Gaststätten , Tankstellen , Supermärkte usw. schliessen ?? Ist doch absurd ! Geht keiner von euch mehr einkaufen seit er trocken ist ? Umgeht ihr alle meterweit den Getränkerayon um nur nicht Gefahr zu laufen…?.Also ehrlich mal….
Ich bin noch nicht sooweit/lang trocken das ich hier allen ein Plädoyer halten möchte aber mal ehrlich ?
Gehört die Gefahr , der Kontakt , Anblick usw. mit Alk nicht zu 100% dazu ? Man muss eben LERNEN mit der Gefahr zu leben , ein 2 monatiger Nichtraucher geht ja auch nicht niemehr in eine Gaststätte oder zu Leuten auf Besuch die rauchen !
Ok..Nikotin ist kein Alk aber als Beispiel kann es dienen ? Oder sehe ich das alles sooo falsch ?
Ich kann nur hinzufügen dass ich in keinem Sinn an die Minibar im Hotel , vor meiner Reise , überhaupt gedacht habe , war ja 2 Tage im Zimmer und hab nicht mal was da rausgeholt...es war eine sekunde ,Griff , auf und weg ...schnell war alles vorbei ! Warum ich dann aber trotzdem noch weitere Flaschen getrunken habe kann ich mir nicht erklären :mauermusste wahrscheinlich auf meine früheren 2 Glas kommen ) Auf jeden Fall :
Es wird mir nicht wieder passieren ! Selbst wenn ich nochmal (und das wird sein weil ich 6-8 x pro Jahr so weg muss )ein volle Minibar im Zimmer haben sollte !Bei dem Wort Minibar werden in Zukunft die Alarmglocken angehen was heissen will , irgendwie musste das kommen um mir zu zeigen , du hast noch viel vor dir , musst noch viellernen mein Sohn... auch wenn jetzt wieder viele sagen werden : Du spielst mit dem Feuer Zwerg ! Erfahrung macht klug ! oder wie ein Sprichwort heisst :
Ein guter Esel stösst sich nur einmal ! In diesem Sinne...

LG an alle
Der Zwerg

[ Editiert von DerZwerg am 20.04.05 19:33 ]


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