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Saufnix
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Dieses Thema hat 237 Antworten
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 Akute Hilfe
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minitiger2 ( gelöscht )
Beiträge:

08.03.2005 07:38
#61 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

Zitat
Gepostet von Bakunin
ich hab immer mal so drei vier tage mal ausgesetzt mit dem alk und es ging mir immer sofort besser.als ich mir aber allen ernstes vornahm aufzuhören bekam ich plötzlich entzugserscheinungen wie ich sie nicht kannte.



da sollte man seine eigene Psyche nicht unterschätzen. Vieles sind unbewusste Ängste, wie denn das alkoholfreie Leben denn wohl so sein wird. In anderen Situationen auch Lampenfieber genannt - hier auf der Bühne des eigenen Lebens.

Vor allem die Schlafprobleme können da mit dranhängen, aber auch Schwitzen und Herzflattern werden von Angstzuständen ausgelöst. Unmittelbarer körperlicher Entzug ist es nach ein paar Tagen nicht mehr, wenn einer nicht ganz extrem getrunken hat.
Bei den Trinkpausen zwischendrin weiss man halt, es gibt wieder was, also kein Grund zur Panik.

Wenn man dann anfängt sich wirklich Gedanken zu machen, kommt halt alles Mögliche zusammen.

-wie schlimm ist es bei mir denn schon?
-schaff ichs aufzuhören?
-was ist mit den Situationen die ich bisher mit Alkohol
bewältigt hab?
-wie bring ichs meinen Nächsten bei?
...
...
...

das kann einem schon ein paar Ängste machen. Und ich glaub Trinker aller Couleur neigen auch oft dazu, sich ihre Ängste vor solchen Situationen gar nicht einzugestehen. Bis jetzt gings ja auch, und wenn es nicht ging, dann haben wir halt...getrunken.
Und dann ist es natürlich sehr unangenehm, sich quasi nackt vor den eigenen Ängsten zu finden. Das arbeitet dann halt.

der minitiger


Max mX Offline




Beiträge: 5.878

08.03.2005 09:01
#62 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

hallo Zwerg,
in meiner letzten Phase hatte ich mal 5 Tage nicht geschlafen, aber überhaupt gar nicht. Ich ging wie ein Geisterbild durch die Straße, zur Arbeit usw., war nicht ansprechbar. So sehr stark waren meine inneren Verspannungen gewesen. Das ganze jetzt völlig ohne Alk.
Danach gab es noch ein paar wenige Rü+ckfälle, dann kam Gott sei Dank endlich die Kapitulation, d.h. ich war endlich froh nicht mehr trinken zu müssen. In diesen ersten Nächten schlief ich wenigstenms so an die 3-4 Stunden, nach 1 Woche wurde es schon besser, na und so weiter.
ich grüße dich, Max


Klabauterin Offline



Beiträge: 166

08.03.2005 13:20
#63 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

Hallo Minitiger,

Vieles sind unbewusste Ängste, wie denn das alkoholfreie Leben denn wohl so sein wird.
Bei den Trinkpausen zwischendrin weiss man halt, es gibt wieder was, also kein Grund zur Panik.

Das unterschreib ich sofort.

Ich hab aber inzwischen gemerkt, es kann sich auch herumdrehen und eine Erleichterung sein, wenn dieses Herumeiern endlich aufhört, dieses "trink ich heute oder nicht", "jetzt nehm ich mir mal drei Wochen Pause vor" und blabla. Konsequenz ist auf Dauer eigentlich leichter. Zu sagen, nein, ich trinke keinen Alkohol, ohne darüber nachzudenken, wie lange nicht, wann doch wieder, wie viel an welchem Abend. Das fand ich viel qualvoller und zermürbender als ein eindeutiges Nein.

Grüße
die Klabauterin


DerZwerg Offline




Beiträge: 899

08.03.2005 18:28
#64 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

@ all :

Danke euch für die Antworten und ich mach's heute (mal)kurz :

Tag 4 , ich blühe wirklich auf , hab letzte Nacht (fast)7 Stunden am Stück geschlafen ! und das alles ohne Unterbrechung und OHNE Fiddich's deren Glenn

Ohne euch hier am Board hätt ich nie angefangen über diesen Sch**** überhaupt nachzudenken , ob ich nun von vielen Beiträgen Angst bekommen habe oder nicht !
Wie sagte schon damals Odin der Donnergott :
"Angst verleiht Flüüüüügel" und ich bin froh Richtung RAUF zu fliegen und nicht RUNTER !

Danke nochmal an euch alle

Zwerg


DerZwerg Offline




Beiträge: 899

10.03.2005 21:50
#65 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

an alle

Wollt nur mal kurz Bescheid geben , Tag 6 , alles in Ordnung , schlafe gut , bin nur am Tag saunervös !

Komisch oder ?

Gruss an alle

Zwerg


gepard Offline




Beiträge: 851

10.03.2005 22:52
#66 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

Hallo Klabauterin, sehr richtig. Ein konsequentes Nein ist auf Dauer viel einfacher als das anstrengende Herumeiern. Man kann das einem Neuling nicht oft genug versprechen, dass das so sein wird. Wenn man erstmals mit dem Trinken aufhören möchte, kann man sich das ja überhaupt noch nicht vorstellen, dass es ein normales Leben ohne Alkohol gibt. Oft sieht man es anfangs aus der seltsamen nassen Perspektive, dass ewig etwas fehlen wird und man lebenslängliche Entbehrung wird erdulden müssen. Könnte man die Leute doch mehr beschwichtigen, dass das Leben viel angenehmer sein wird und man mit sich selbst und mit der Welt viel besser zurecht kommt!


Bakunin Offline




Beiträge: 1.596

11.03.2005 11:26
#67 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

moin zwerg

ich hoffe heute tag 7 ohne.

lassen wir heute das erste glas stehen!
erik


Ralfi Offline



Beiträge: 3.531

11.03.2005 18:17
#68 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

Hi Zwerg,

Zitat
bin nur am Tag saunervös ! Komisch oder



Nein kein bißchen. Das sind zum einen vielleicht noch leichte Entzugserscheinungen und zum anderen gibt es jetzt viele Situationen die man, seit langem zum ersten Mal, nüchtern durchstehen muß. Dazu kommen die Fragen "Was denken die anderen" und "Was soll ich sagen warum ich nicht trinke". Das macht wie alles Neue zuerst einmal nervös.

Gruß Ralf


DerZwerg Offline




Beiträge: 899

11.03.2005 21:36
#69 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

Hallo ,

@Bakunin ,
ja hat geklappt Tag 7 auch ohne

@Ralfi,
Da geb ich dir recht,besonders das "alles neue" ist schon komisch.

Es kommt auf mich aber ne grosse Herausforderung zu...
Wir haben ne Feier am Montag abend , (gerade jetzt..sch*****,bei Tag 7 )Champagner wird fliessen wie in Strömen , Hunderte Flaschen werden einen anlachen , Edel-Whisky's stehen da rum usw. Das wird ein guter aber doch harter Test werden.DENN...erscheinen muss ich dort !
Ich hab hierzuhause zwar auch noch massenweise Alk rumstehen(in einer geschlossenen Bar)aber der lacht einen nicht an , ich mein damit , ich WILL das Zeug nicht einfach wegkippen , weil es für mich dazugehört mit Alkohol im Haus , auf einer Feier , oä. zu lernen meinen Test zu bestehen ! Ich pack das schon (bei mir gehts eh nur ums schlafen , wie gesagt tagsüber interressierte mich Alk sowieso nie )
Da ich aber trotzdem ne "gehobene" (hasse dieses Wort)
Position habe (musste ich hier editieren) wird es echt schwer diesmal mit Wasser oder Saft gegen 70-80 gefüllte Hände voller Champagnergläser anzustossen
Hab mir schon ne Ausrede parat gelegt und werd sagen ,
"ich nehm zur Zeit starkes Antibiotika und darf leider keinen Alkohol trinken"
Was sollte ich sonst sagen ?
Die Wahrheit darf jedenfalls bei mir nie raus , ich hoffe das versteht ihr...diesen Job kann ich nicht verlieren !!!
Naja mal sehn'

Nette Grüsse an euch alle
Der Zwerg

[ Editiert von DerZwerg am 20.04.05 19:17 ]


DerZwerg Offline




Beiträge: 899

11.03.2005 21:50
#70 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

ehmm...noch was(ist zwar nicht sooo wichtig)wollte es aber loswerden

Beruflich bedingt , und privat , war ich schon in Hamburg , Stuttgart , Frankfurt , Essen ,München und meiner Lieblingsstadt Köln (gefällt mir halt am Besten)

Nix für ungut , Zwerg

[ Editiert von DerZwerg am 20.04.05 19:19 ]


felidaela Offline




Beiträge: 796

12.03.2005 08:06
#71 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

Hi Zwerg


das sind so die Probleme, mit denen sich anfangs alle rumschlagen: „Wie sag‘ ich’s meinem Kinde“, mal übertragen gemeint. Bis man merkt, dass es nicht wirklich jemanden interessiert, ob man mittrinkt oder nicht.


Dazu zwei Begebenheiten von mir: Letztens hatte ich plötzlich ein Sektglas in der Hand, gefüllt mit eben diesem. Es sollte zum 40. angestoßen werden. Gut, habe ich gemacht ... pling (oder eher poff).... und dann das Glas wieder abgestellt. Da alle mit Trinken beschäftigt waren, hat es keiner gemerkt. Gut, meine Schwester guckte etwas verdutzt, dass ich das Glas überhaupt angenommen habe, aber was sollte ich diskutieren und erklären?


Die zweite Begebenheit war bei einem Sit-in mit Kollegen. Da war Eine dabei, die nun unbedingt auf ihr Baby anstoßen wollte und es wurde wiederum Sekt gereicht. Diesmal habe ich ihn direkt abgelehnt. Da wurde man dann doch aufmerksam und fragte, ob ich prinzipiell und nie und überhaupt gar nicht trinken würde? Meine Antwort: Ja. (Also ja, ich trinke nie und überhaupt gar nicht). Da stellten sie fest, dass ich ja unheimlich sei, weil ich kein Fleisch esse, nicht rauche und nicht trinke...... Aber niemand insistierte warum und wieso. Und außerdem rauche ich ja hin und wieder, nur habe ich keine Lust, dazu auf die Terrasse oder den Balkon zu gehen, oder meine Bude vollzuqualmen. Das beruhigte die einen und verwunderte die anderen, weil letztere mich noch nie rauchen sahen


Wie das nun auf einem Festbankett ist....???? Einerseits sind da viel mehr Leute, andererseits ist es doch dadurch anonymer. Ich weiß auch nicht, ob das Glas in der Hand vor einem Jahr gefährlich gewesen wäre. Vermutlich schon, Anfang diesen Jahres war es das nicht. An dem Abend drängelte ich auch bald zum Abflug, weil die ganze „Party“ dröge war. Blöderweise hing ich mit meiner Schwester und deren Mann zusammen, die hatten mich mit ihrem Auto da raus nach j.w.d. (für Ausländer: j(g)anz weit draußen :grins2 geschleift. Dennoch tat ich kund, dass ich nun genug hätte. Sie hätten ja „nein“ sagen können. Meine Schwerter ist aber auch immer zeitig müde und so unrecht schien ihr das nicht gewesen zu sein, und ihr Mann konnte ja wegen dem Auto nichts trinken und ihm war es sogar sehr recht zu gehen (und an sein heimisches Bier zu kommen ).


Die gastgebende Ehefrau bei unserem Kollegentreff fragte mich einzeln in der Küche, warum ich nicht trinke. Ich sagte, dass das eine innere Einstellung sei, denn ich esse ja auch kein Fleisch. Ja, das letzte weiß ich, sagt sie..... und da klang ein „aber“ mit, doch sie verstummte, denn wir kannten uns bis dahin nicht, sie konnte also nicht persönlicher werden. Ich hatte das Gefühl, dass ihr ein Schuh drückte, sie eher über sich, als über mich sprechen wollte. War aber eben nicht.



Was immer du auch tust, Zwerg, trinke „einfach“ nicht. Es sind auch nur die ersten ein... zwei Stunden, dann fragt keiner mehr und du selbst bist für dich vermutlich auch durch. Weil dann brauchst du auch nicht mehr zu trinken, wenn du so weit gekommen bist. Es könnte noch der Gedanke aufkommen, dass es mit Alk vielleicht schöner sein würde, so ging es mir jedenfalls manchmal, aber daran muß man sich wohl gewöhnen, dass längst nicht alles so supertoll ist, wie es einem der Alk vorgaukeln will. Dafür wird anderes intensiver... manchmal auch die Angst. Aber das ist das Leben – ich spüre es erst jetzt wirklich.


In diesem Sinne – have fun


Adobe Offline




Beiträge: 2.561

12.03.2005 10:51
#72 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

Hallo Zwerg,

Du hast eine Situation vor Dir, vor der ich kurz nach meinem Entzug auch Angst hatte. Unsere Firma feierte da ihr 75-jähriges Jubiläum. Hinz und Kunz war eingeladen, der Champagner floß in Strömen.

Im Nachhinein kann ich sagen, meine Angst war unbegründet. Trotz daß alle in der Firma wußten, daß ich gerade Champagner gerne trinke, kam überhaupt keine Nachfrage. Und es war meine erste Feier überhaupt ohne Alkohol und es hat mir gut gefallen.

Hast Du Angst vor den Fragen oder davor, doch ein Glas mitzutrinken?

LG
Adobe


Max mX Offline




Beiträge: 5.878

12.03.2005 11:07
#73 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

hallo Zwerg,
"Hunderte Flaschen werden einen anlachen"
diese Flaschen könnten dich ja auch anfremden, befremden??!!! und nicht anlachen.
ich grüße dich, Max


Lissy01 Offline




Beiträge: 2.780

12.03.2005 11:19
#74 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

Hallo Zwerg,

Eigentlich schade.

Ich träume von eine Welt, in der gerade die Menschen in gehobener Position (z.B. leitende Beamte in einem Ministerium) soviel Zivilcourage haben, sich nicht davon beeindrucken zu lassen, was in ihrer Gesellschaftsschicht als „Normal“ gilt.

Sondern mit gutem Beispiel voran gehen und das vorleben, was eigentlich „Besser“ wäre.

Laß dich nicht von mir veräppeln.
Ich weiß dass es so einfach nicht ist.
Aber Du solltest Dir einfach darüber im Klaren sein, dass auch für Dich die Alkoholsucht tödlich ausgehen kann, wenn Du nicht dagegen angehst und ein Lügenwirrwarr ist sicher keine gute Ausgangs-Position.

Was sagst Du dann bei der nächsten Feier?

Wenn Du wirklich so wichtig bist in Deinem Job und Dir Dein Job so wichtig ist, dann zählt nur eines: Deine Gesundheit.
Und das hat der Rest der Menschheit zu akzeptieren, auch wenn der Papst und der Kaiser von China gleichzeitig auf der Party erscheinen.

Laß Dir doch einfach ein Champagnerglas mit Wasser reichen, mit dem kannst Du anstoßen.
Und erklären mußt Du niemandem was, weder Lügen noch die Wahrheit.

Sorry, aber für mich klingt Dein Post so, als würdest Du Dich schon mal vorbeugend dafür entschuldigen, daß es möglich ist, daß Du demnächst aus beruflichen Gründen einen Rückfall baust.

Gruß, Lissy


Max mX Offline




Beiträge: 5.878

12.03.2005 11:33
#75 RE: Eine ehrliche Geschichte Antworten

hi Lissy,
richtig! auch der "gehobene" Beamte darf nicht deswegen sein Glas "heben", hinterher haben dann alle "einen gehoben". Wenigstens in der Biologie sind alle gleich, und nicht manche noch gleicher. Max


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